Zwischen dem Alten,zwischen dem Neuen,

Hier uns zu freuen schenkt uns das Glück.

Und das Vergangne heißt mit Vertrauen

vorwärts zu schauen, schauen zurück.

Stunden der Plage, leider, sie scheiden

Treue von Leiden,Liebe von Lust;

Bessere Tage sammeln uns wieder,

heitere Lieder stärken die Brust.

Leiden und Freuden, jener Verschwundnen

sind die Verbundnen fröhlich gedenk.

Oh des Geschickes seltsamer Windung!

Alte Verbindung, neues Geschenk!

Dank es dem regen, wogenden Glücke,

dankt dem Geschicke männiglich Gut;

Freut euch des Wechsels heiterer Triebe,

offener Liebe, heimlicher Glut!

Andere schauen deckende Falten

über dem Alten traurig und scheu;

Aber uns leuchtet freundliche Treue;

Sehet, das Neue findet uns neu.

So wie im Tanze bald sich verschwindet,

wieder sich findet liebendes Paar,

So durch des Lebens wirrende Beugung

führe die Neigung uns in das Jahr.

 

Dieses Gedicht von Wolfgang von Goethe zu Neujahr ist doch einmal was anderes.