Aus westlicher Sicht läßt der syrische Präsident Assad „das eigene Volk bombardieren“. Sogar mit den berüchtigten Faßbomben. Ja, wenn das kein Grund ist, ihn vom Thron zu stoßen! Auch wenn das eigene Volk nach wie vor mehrheitlich hinter ihm steht.

Aus westlicher Sicht wird aber nicht wahrgenommen, dass die syrische Armee und Luftwaffe ziemlich erfolgreich gegen die IS- Schlächter und Kopfabschneider vorgeht; ohne Unterstützung durch die westliche Wertegemeinschaft. Die macht nämlich ihr eigenes Ding und fliegt alibimässig täglich ein paar relativ erfolglose Angriffe gegen IS- Stellungen. Auf der anderen Seite wird der IS von den Saudis und anderen nach wie vor mit Waffen und Kämpfern unterrstützt und werden verwundete IS- Kämpfer versorgt. Der Krieg in Syrien soll ja nicht enden. Es wird ja verkündet, dass die Zerschlagung des IS wahrscheinlich Jahre dauern wird.

Aus westlicher Sicht ist es hingegen legitim, dass der vor den Houthis geflüchtete Jemen- Präsident Hadi in Saudi- Arabien dringend fordert, dass die Arabische Liga mit den Briten und den USA sein eigenes jemenitisches Volk bombardiert. Damit er, der Westfreund, sich nach erfolgreicher Schlacht wieder auf den Präsidentensessel setzen kann. Der deutsche Außenminister Steinmeier hat auch Verständnis für die Forderung von Hadi.

Aus westlicher sicht spielt es keine Rolle, dass diese Bombenangriffe auch Infrastruktur und  zivile Einrichtungen wie z. B. ein Kraftwerk zerstören, völkerrechtswidrig sind und viele Zivilisten getötet werden. Vorläufiger trauriger „Höhepunkt“ ist die Bombardierung eines Flüchtlingslagers mit vielen Toten und Verletzten.

Aus westlicher Sicht müssen die Araber mitsamt Unterstützern die von den Houthis kontrollierten Gebiete bombardieren, da ja ein Teil von Hadis Armee zu den Houthis übergelaufen ist und jetzt gemeinsam gegen den Rest der vom Westen unterstützten Hadi- Armee vorgehen. Übrigens: Al- Houthi, nach dem die sogenannten „Rebellen“ benannt sind, wird von der Bevölkerung unterstützt.

Aus westlicher Sicht sind die Drohnenattacken im Jemen gerechtfertigt. Es sind natürlich auch keine Sanktionen gegen die ausländischen Agressoren zu verhängen. Da müssten sich einige Länder ja selbst sanktionieren.

Aus westlicher Sicht ist es wieder einmal ein Kampf gegen den Terror und für demokratische Rechte. Es könnte aber auch sein, dass ein Land zurückbleibt, ähnlich dem heutigen Libyen.