Zur Zeit gehört es fast zum guten Ton, vor der nächsten Krise oder Finanzcrash zu warnen. Christine Lagard, Chefin des IWF, warnt, EU- Finanzleute warnen, US- Finanzleute warnen, milliardenschwere Investoren und Finanzjongleure warnen und natürlich auch selbsternannte Fachleute. Es wird natürlich nie vor der eigenen Strategie gewarnt; von der ist man ja überzeugt.
Jetzt konzentrieren sich die Unkenrufe auf die sogenannten Schattenbanken. So werden Einrichtungen genannt, welche Geldgeschäfte außerhalb des offiziellen Bankwesens abwickeln; sie sind keine Banken, aber sie tun so als ob und sie haben viel Geld. Und sie sind von staatlichen Aufsichtsbehörden so gut wie nicht kontrollierbar. Da haben die Behörden allerdings mit offiziellen Banken auch vereinzelt Probleme; siehe Hypo. Zu den Schattenbanken werden, je nach Land, u. a. Vermögensverwalter, Fondsgesellschaften, sogenannte Finanzierungszweckgesellschaften, Versicherungen, Pensionsfonds etc. gezählt. Da kommen Gelder herein und die wollen angelegt, investiert, werden. Sie investieren in Firmen, in Bauprojekte, geben Kredite, finanzieren alles mögliche. In unvorstellbaren Größenordnungen. Nach Berechnungen des IWF haben im Jahr 2014 diese Nicht- Banken weltweit die Wahnsinnssumme von etwa 76 Billionen, also 76 000 Milliarden Dollar, verwaltet. Das entspricht der Wirtschaftsleistung der ganzen Welt dieses Jahres.
Mit dem wachsenden Volumen der vergebenen Kredite wachsen natürlich auch die Risiken. Die Gefahr einer “Blasenbildung” steigt und somit die Angst vor einer Kettenreaktion bei einem Crash.