Die nächste Flüchtlingskatastrophe, die im Mittelmeer passierte. Es wird befürchtet, dass dabei bis zu 700 Mann oder auch 1000, je nach Quelle, ertrunken sind. Das mit “Mann” kann man ziemlich wörtlich nehmen; es kommen ja großteils junge Männer zu uns. Auch die Politik ist geschockt über die Tragödie. Der deutsche Außenminister Steinmeier sagt dazu: “….Die Bilder sind unerträglich”. Dennoch sehe er es nicht als hilfreich an, “neu über Frontex” zu diskutieren. Und weiter: “Wir müssen versuchen, mehr Stabilität nach Libyen zu bringen. Das heißt, zu versuchen, doch noch eine Regierung der nationalen Einheit zustande zu kriegen in Libyen…..und wir müssen den Schleppern das Handwerk legen. Das wird nur gehen in internationaler Koordination”.
Das mag so in etwa stimmen. Aber: Wer hat Libyen vor ein paar Jahren zu dem gemacht, was es heute ist? War das nicht auch eine internationale Koordination aus westlichen Staaten inklusive deutscher Beteiligung? Da wurde der früher vom Westen hofierte Gaddafi plötzlich zur Unperson erklärt, das Land zerbombt und er selbst ermordet. Und jetzt geben alle vor, sich zu wundern , dass Libyen keine Regierung hat, dass es keine Stabilität gibt und Schlepper ein Paradies vorfinden.
die Schiffe der italienischen Küstenwache und der EU- Grenzkontrollmission “Triton” kommen ja bis knapp an die libysche Küste heran. Warum werden die Flüchtlingsschiffe nicht zum Abdrehen und zur Rückfahrt gezwungen? Eine internationale Koordination hatte vor ein paar Jahren keine Bedenken, die Grenzen Libyens zu überschreiten. Soll sie es doch jetzt, wo es nicht einmal eine Regierung gibt, wieder machen, die in den Häfen liegenden Schrottkähne der Schlepper versenken und auf diese Weise viele Menschenleben retten. Und vielleicht schafft es die EU auch irgendwann, die Flüchtlinge auf alle Mitgliedsländer zu verteilen und nicht nur ein paar Länder zu belasten.