Mit den ganzen Diskussionen zur Flüchtlings- und Asylantenproblematik im Mittelmeer und der Flut an Informationen, die in dem Zusammenhang veröffentlicht wurden, kam jetzt auch etwas ans Tageslicht, was sich von der Logik her eigentlich jedem aufgedrängt haben müsste, ohne dass darüber gesprochen und ohne dass es offiziell bestätigt wurde. Eine Schweizer Zeitung hat es jetzt gebracht. Sie schreibt, dass bei den Gesprächen über eine Abwendung zukünftiger Katastrophen auch punktuelle Einsätze der Marine gegen Schlepper, ihre Routen, ihre Transportmittel, ihre einflussreichen Hintermänner usw. in Erwägung gezogen wurden, um das Geschäft mit Asylanten zu zerschlagen. Die nationalen Geheimdienste wissen angeblich ”genau Bescheid über die Banden und Milizen, über deren Köpfe und Komplizen im Ausland, über die Bootsplätze und Ablegehäfen im Westen Libyens, zwischen Zuwara und Zawiya, zwischen Khoms und Misrata. Offenbar geht das Wissen so weit, dass die Italiener über die Handynummern der Bosse verfügen”.
Warum, zum Teufel, hat bei diesem Wissensstand niemand reagiert? Warum wurde da nicht längst zugeschlagen? Der Einwand mit der Verletzung der Souveränität Libyens kann wohl nur ein schlechter Scherz sein. Libyen hat zur Zeit nicht einmal eine Regierung und vor einigen Jahren hat diese Souveränität beim Angriff auf das Land niemanden interessiert.
Ist das etwa doch eine gewollte Invasion, weil niemand die Völkerwanderung stoppen will?