Auch das ist Teil der Steuerreform: Um Lohnsteuermissbrauch bzw. Lohnsteuerbetrug zu bekämpfen, werden “am Bau” die Barauszahlungen des Lohnes verboten. Auf diese Weise sollen Schwarzzahlungen oder fiktive Lohnzahlungen unterbunden werden und dadurch auch Lohnsteuerbetrug. Hofft zumindest die Regierung.
Ich weiß nicht, welche Branchen unter “am Bau” gemeint sind, für welche das Verbot dann Gültigkeit hat. Ich weiß aber noch, was mir ein Steuerfahnder vor Jahren einmal sagte: “Wir laufen den schwarzen Schafen immer hinterher”. Die Betonung lag auf “hinterher laufen”. Die Suche nach Steuersündern ging Hand in Hand mit der Suche nach Betrug bzw. Hinterziehung bei der Sozialversicherung. Der Fahnder weiter: “Meist können wir erst aktiv werden, wenn von der Sozialversicherung die Anzeige kommt, dass von der Firma XY keine Sozialversicherungsbeiträge kommen. Zu dem Zeitpunkt gibt es die betreffende Firma aber oft nicht mehr oder läuft schon unter einem anderen Namen. Die finden immer neue Schlupflöcher”.
Dass Steuerbetrug Hand in Hand geht mit Sozialversicherungsbetrug, ist irgendwie logisch. Wer z. B. nur 23 Wochenstunden für das Personal versteuert, wird wohl nicht für 37 Wochenstunden Sozialversicherung abführen.
Eine Frage noch zur bald verbotenen Barauszahlung: Gibt es in Österreich tatsächlich eine gesetzliche Verpflichtung, ein Lohn-, Gehalts- oder Pensionskonto bzw. Girokonto zu haben? Wenn nein, wäre es doch gesetzwidrig, die Barauszahlung zu verbieten. Meine ich.
Beim kommenden Verbot der Bargeldauszahlung ist ein Vorstoß der EU- Kommission vom letzten Jahr bezüglich Bankkonto in einem ganz anderen Licht zu betrachten. Sie kam mit dem fürsorglichen Vorschlag daher, dass jeder EU- Bürger doch ein Anrecht auf ein Bankkonto habe, argumentierte mit etwa 32 Millionen EU- Bürgern ohne Konto, und man die Möglichkeit schaffen müsse, auch ein Konto eröffnen zu können. Also zuerst ein Anrecht auf ein Konto, dann die Verpflichtung zu einem Konto und dann kann man Barauszahlungen verbieten. So läuft also der Hase!