Zu TTIP gibt es widersprüchliche Meldungen. Einmal, dass US- Präsident Obama von den eigenen Demokraten bei TTIP- Verhandlungen entmachtet wurde, dass mehrere US- Organisationen gegen das Abkommen sind, dass US- Wirtschaftsfachleute und sogar ein Nobelpreisträger das Abkommen ablehnen, dass während Obamas Amtszeit wahrscheinlich nichts mehr entschieden wird. Ein anderes Mal hört man, dass die USA ganz massiv auf eine baldige Unterzeichnung des Abkommens inklusive aller strittigen Punkte wie z. B. ISDS drängen.
Es wird dabei auch der “Umweg” über das CETA- Abkommen zwischen Kanada und der EU in Kauf genommen, da es sich dabei ja um eine Blaupause von TTIP, ein “trojanisches Pferd”, handelt. Es beinhaltet ja die gleichen Fallen. Selbst US- Einrichtungen haben errechnet, dass das Abkommen für die EU weder zusätzliche Arbeitsplätze schaffen noch eine spürbare Steigerung des Wirtschaftswachstums bringen werde. Es wird eher das Gegenteil eintreten und die EU wird der große Verlierer sein. Was uns von unseren TTIP- Befürwortern aufgetischt wird, wird sich als Lüge herausstellen.
Beim vergangenen EU- Gipfel in Riga ging es offiziell um “östliche Partnerschaften”, tatsächlich aber fast mehr um CETA und TTIP. Die Amerikaner, die in Lettland überall ein- und ausgehen wie in einem US- Bundesstaat, erhöhen den Druck auf die EU und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Skeptiker und Gegner der Abkommen in die Knie gehen oder auf dem Bauch liegen. Von der deutschen Kanzlerin Merkel weiß man ja, dass sie an der Leine der Amerikaner läuft und die deutsche Wirtschaft rennt bei ihr wegen der Abkommen offene Türen ein. Was aber ist mit den Kritikern, die zumindest Änderungen wollen? Was ist mit unserem Bundeskanzler Faymann, der zwar öffentlich gegen TTIP ist, der aber CETA nie anspricht? Auch das Dienstleistungsabkommen TiSA (Trade in Services Agreement) als Begleitung zu TTIP, noch geheimer verhandelt weil mit noch schwerwiegenderen Folgen, wird so gut wie nie erwähnt. Dabei hätte das katastrophale Folgen für Wirtschaft und Datenschutz für alle Bereiche. Wirtschaftsspionage wäre dann legalisiert. Von einer Ablehnung dieses Abkommens ist EU- weit nicht viel zu hören. Dieses Abkommen, als Begleitung zu TTIP, würde die EU aber erst recht zu einer Kolonie der USA oder, je nach Sicht, zu deren Sklaven machen. Darum muss auch der Druck auf die Regierungen und die EU erhöht werden, denn: Wenn CETA fällt, fällt auch TTIP und somit auch TiSA.
In einem Interview mit dem TV- Sender VOX sagte US- Präsident Obama den aufschlussreichen Satz: “Wir müssen gelegentlich den Arm von Ländern umdrehen, die nicht das tun, was wir von ihnen wollen”.

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