Der ESC ist ganz sicher nicht mein Ding. Im Gegenteil; ich finde diese Veranstaltung sehr entbehrenswert. Ich meine, dass sich dort Akteure, Veranstalter, Wichtigmacher etc. allesamt gegenseitig für wichtig, unentbehrlich, tolerant, weltoffen etc. erklären, sich gegenseitig auf die Schulter klopfen; vorgeben, „Zeichen zu setzen“ und sich somit für sowas wie Missionare halten und es trotzdem oder gerade deswegen schaffen, tagelang im Gespräch zu sein.

Ich melde mich deswegen dazu, weil ich in den Medien zum 2. Halbfinale am Donnerstag ein paar Stichworte gefunden habe. Da heißt es zum Beispiel:Mit diesen Liedern droht der ESCxit. Das zweite Halbfinale in Wien zeigte, wie schwach und jammervoll dieser Jahrgang ist.

Oder: europa im Gesangsverfall. Fans des ESC wissen ebenso wie langjährige Verächter, dass das Niveau….schwanken kann…und in diesem Jahr ist ein echt tiefes Wellental anzuzeigen. Im Finale überwiegt also Osteuropa….Das Publikum dort ist offensichtlich eher interessiert und bereit, für sonderbares Liedgut und den jeweiligen Nachbarn abzustimmen.

Nach Grexit und Brexit droht jetzt der ganz und gar schreckliche ESCxit. Es war der Abend des Mitleids. Greinen, jammern, schmachten, jaulen… Auch die drei Moderatorinnen wirkten überfordert und wenig charmant….

Gibt es denn nichts Positives? Zum Ende der Show war kurz zu sehen (nein, nicht DER KURZ!), was uns noch dräut. Unter den gesetzten Ländern schickt Österreich drei Zauseln ins Rennen…

Ja, so horcht sich das an, wenn eine Zeitung den ESC als das sieht, was er ist: Ein Wettbewerb von Gauklern und Selbstdarstellern.

Mein Tip: Gewinnen wird heute irgendwer aus Osteuropa. Aber meine Meinung sagt hier gar nichts.

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