Der Wirtschaftsmotor stottert, will nicht auf Touren gehen. Nicht nur in Österreich. Um dem entgegen zu wirken, wurden die Zinsen auf Einlagen und die Erträge auf Veranlagungen, wie z. B. Anleihen, gesenkt auf eine Größenordnung hinter dem Komma oder knapp daneben. Für diese Art der “Enteignung” schämen sich Staat und Banken aber nicht, auch noch “Kapitalertragssteuer” zu kassieren. Da kommt häufig das Wasser teurer als die Suppe.
Hilft alles nichts. Die Leute wollen trotzdem nicht mit dem Geld, falls vorhanden, um sich werfen. Das ist denn auch der Grund, warum die Rufe nach Abschaffung des Bargeldes lauter werden. Die fadenscheinigen Begründungen dafür lauten da, wie üblich, dem Kampf gegen Schwarzgeld, gegen Steuerhinterziehung, gegen Terrorfinanzierung. Die üblichen Keulenschlagwörter halt. Tatsächlich geht es darum, des Steuerzahlers und Sparers Konten der Staats- und Bankengewalt auszuliefern. Dann könnten Negativzinsen für alle und für alles eingeführt, die Gebühren hinaufgeschnalzt werden und niemand könnte sich dem entziehen. Als “positive” Nebenerscheinung wäre dann auch jederzeit nachvollziehbar, wer wann was wo um wie viel gekauft hat. Dass Bargeld das einzige gesetzliche Zahlungsmittel ist, ließe sich schnell ändern.
Das Credo von Regierung, Wirtschaft und Banken lautet also: Kaufen! Kaufen! Kaufen! Wegwerfen! Wegwerfen! Reparieren ist nicht nur altmodisch, sondern meist unwirtschaftlich und sehr oft so gut wie unmöglich (…das Ding ist ja schon mindestens zwei Jahre alt, da gibt es keine Teile mehr…).
Die gleichen Kreise betonen bei den “Sonntagsreden” aber die Nachhaltigkeit, legen uns sparsamen Umgang mit Rohstoffen ans Herz, weisen auf die gepeinigte und vergiftete Umwelt hin. Ja, was jetzt? Soll man kaufen auf Teufel komm raus, als gäbe es kein morgen; soll man den Planeten plündern und vergiften oder soll man vorausschauend handeln, die Umwelt und letztendlich den Planeten schonen und Nachhaltigkeit praktizieren. Diesen Spagat sollen die schlauen Leute erklären.

Werbeanzeigen