Der griechische Ex- Finanzminister Yanis Varoufakis hat ja auch nach seinem erzwungenen Rücktritt kein leichtes Leben. Immerhin schwebt der Schatten eines Verfahrens wegen Hochverrat über ihm. Er gibt aber aufschlussreiche Interviews über seine Erlebnisse als meistverachteter Finanzminister der EU mit den “werten Kollegen” , der EU- Führung und den “Troika”- Leuten. Wie ein roter Faden zieht sich das Wort “Erpressung” durch seine Geschichte. Als er beim Eurogruppen- Treffen davon sprach, dass er bzw. die neue Regierung mit der EU neu verhandeln und nicht die Vereinbarungen der abgewählten Regierung akzeptieren will, hieß es: “Entweder ihr akzeptiert die alten Vereinbarungen und Auflagen, oder es gibt keine Finanzierung mehr”. Bei der Konferenz der Eurogruppe forderte der französische Finanzminister dazu auf, einen Kompromiss zu finden wegen neuer Verhandlungen. Der deutsche Finanzminister Schäuble sagte im Anschluss zu seinem französischen Kollegen, in Bezug auf die griechischen Wahlen und die neue Regierung: “Wir können nicht zulassen, dass die Wahlen etwas ändern”. Wenn das die Zukunft der Demokratie in der EU ist, dann gute Nacht!
Nach den Worten von Varoufakis hatte die Troika nur ein einziges Ziel: Die neue griechische Regierung demütigen und zur Kapitulation zwingen, auch wenn durch die Folgen die Gläubiger ihr Geld nicht zurückbekommen. Es gab nur mehr die Wahl, entweder alles zu akzeptieren oder sofort ruiniert zu werden.
Auch Premier Tsipras sagte in einem Interview: “Sie erpressten mich mit der wirtschaftlichen Vernichtung. Wir begegneten einem erpresserischen Dilemma. Entweder Kompromiss oder wirtschaftliche Katastrophe”.