Amnesty International (AI) besichtigt das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen. Dafür wird erst einmal sauber gemacht. Nicht von den Verursachern, das wäre ja nicht zumutbar. Sauber gemacht wird das Lager von der “Öffentlichen Hand” und ehrenamtlichen Helfern. Das gilt auch für Traiskirchen selbst. Auch dort müssen Hausbesitzer und “Öffentliche Hand” den Dreck wegräumen. AI hat aber nur Interesse am Lager.
Warum reist AI nicht zu den Saudis und verhandelt über die Aufnahme ihrer islamischen Brüder und Schwestern, die wegen Asyl zu uns geflüchtet sind und in Traiskirchen unter tatsächlich schlimmen Zuständen leben? Die Antwort ist ganz einfach: Die Saudis nehmen keine Flüchtlinge, auch keine islamischen. Sie befürchten “innere Unruhen”, wenn sie Flüchtlinge nehmen würden. Könnte AI vielleicht versuchen, ein paar Tausend der Traiskirchen- Flüchtlinge in ein osteuropäisches EU- Land zu vermitteln; die haben bis jetzt zu Asylanten ja “Njet” gesagt? Geht auch nicht, die sagen weiterhin Nein. Jedenfalls zu islamischen Asylanten. Was kann AI dann eigentlich tun? Das ist leicht gesagt. Österreich beschimpfen, weil Asylanten unter solchen Umständen leben müssen. Vielleicht schaffen sie es auch, die jungen Männer aus den Zimmern in den Gebäuden zu vertreiben, damit Frauen mit Kindern nicht mehr im Freien übernachten müssen. Das wird aber nicht zu den Aufgaben von AI gehören.
Wenn wir uns jetzt wegen der Zustände im Lager, verursacht durch den Massenansturm, schimpfen lassen müssen, sind wir eigentlich selbst daran schuld. Nachdem so gut wie alle auch ohne Asylanspruch hier bleiben dürfen, ist das Chaos selbst verschuldet und wir können uns selbst an der Nase nehmen.