Jetzt ist das dritte Griechenland- Paket fix; Deutschland und die Niederlande haben letztendlich auch dafür gestimmt. In Deutschland war aber der Widerstand im Parlament, speziell bei der Unionspartei der Kanzlerin, ziemlich groß. Es gab viele Nein- Stimmen. Ein Parlamentarier brachte es in einer TV- Diskussion am Tag vor der Abstimmung auf den Punkt, als er sagte: “Ich bin meinem Wahlkreis und den Wählern verpflichtet……Und wenn da die Mehrheit dagegen ist, dann stimme ich auch dagegen”. Und zu den gescheiterten Paketen Nr. 1 und 2 sagte er: “Wenn ich zwei Mal mit dem Kopf gegen die Wand geknallt bin, sollte ich doch einmal schauen, ob da nicht wo eine Tür ist”. Ja, es gibt sie doch; die Politiker, die sich dem Wähler verpflichtet fühlen.
Als letztes Land stimmten die Niederlande ab. Mit knapper Mehrheit wurde dem “Hilfspaket” zugestimmt. Die Euro- Finanzminister hatten es dann eilig, gleich die erste Rate in Höhe von 26 Milliarden aus dem “Rettungs”- Programm freizugeben. Damit die nächste fällige Kreditrate von 3,2 Milliarden an die EZB zurückgezahlt werden kann. Selbstverständlich müssen auch Banken saniert werden; dafür sind jetzt einmal schlappe 10 Milliarden vorgesehen.
Ob unseren Herrschaften in Wien eigentlich klar ist, was sie mit der Zustimmung angerichtet haben, darf wohl bezweifelt werden. Österreich pfeift finanziell aus dem letzten Loch, ein Bundesland ist so gut wie pleite, aber wir verschenken weiterhin großzügig Milliarden. Das Geld ist verloren, da kann nichts zurückkommen. Die griechischen Schulden sind, wie es so schön formuliert wird, “nicht tragfähig”. Der einzig ehrliche Weg wäre ein Schuldenerlass oder die Staatspleite und ein Euro- Austritt gewesen. Aber das durfte aus ideologischen und anderen Gründen nicht sein.