Die afghanische Stadt Kunduz ist in die Hand der Taliban- Kämpfer gefallen; die Taliban sind weiter auf dem Vormarsch. Kunduz, das ist jene Stadt, in der bis vor zwei Jahren im Rahmen des NATO- Einsatzes die deutsche Bundeswehr stationiert war. (“Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt”.) Zum Ende ihres Einsatzes ist die Bundeswehr ja eher Hals über Kopf geflüchtet als geordnet abgezogen.
Als vor Jahrzehnten die Russen in Afghanistan einmarschierten, hatten sie gegen die sogenannten “Mudschaheddin” zu kämpfen. Diese Krieger wurden vom Westen als Freiheitskämpfer gefeiert und massiv im Kampf gegen die bösen Russen unterstützt, z. B. auch mit den berühmten “Stinger”- Raketen gegen die russischen Kampfhubschrauber. Das ist aber längst Vergangenheit, die höchstens noch in einem der “Rambo”- Filme weiterlebt. Als die USA samt Verbündeten nach dem 9/ 11- Anschlag in New York in Afghanistan den Krieg begannen, ging es in erster Linie gegen die Taliban. Diese Bewegung hat sich aus den ehemaligen Mudschaheddin- Kämpfern herausgebildet. Nach dem Kampf der Mudschaheddin gegen die Russen haben sich diese Kämpfer gegen die Amerikaner bzw. gegen die “Ungläubigen” gewandt. Dass sie da nicht mehr die “Guten” sein können oder die “Freiheitskämpfer” ist fast verständlich. Sie sind längst schon “radikal- islamische Milizen” und “Terroristen”. Die NATO- Staaten haben 14 Jahre lang in Afghanistan Krieg geführt und eigentlich gar nichts erreicht. Sie mussten als Verlierer abziehen , aber Krieg und Terror geht weiter.
Die jetzigen Taliban haben sich, egal unter welchem Namen, schon immer gegen fremde Truppen in ihrem Land und gegen die eigene Regierung gewandt, wenn diese sich zu sehr ausländischem Einfluss öffnete.