Bei der Budgetrede hat Finanzminister Schelling erklärt, dass der Staat Einnahmen in Höhe von 72 Milliarden hat bzw. erwartet. Dass wieder 5 Milliarden neue Schulden gemacht werden, wurde weniger deutlich gesagt. Zwangsläufig wird auch immer wieder von der Staatsverschuldung gesprochen. Die offizielle Staatsverschuldung Österreichs für 2015 wird mit mehr als 291 Milliarden prognostiziert, das wären 86,5 Prozent des BIP (Bruttoinlandsprodukt). Das BIP “gibt den Gesamtwert aller Güter, das heißt Waren und Dienstleistungen, an, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt werden, nach Abzug aller Vorleistungen”. So kann man es nachlesen.
Wenn man jetzt zu den Schulden von 291 Milliarden zurückkehrt und weiß, dass die 86,5 Prozent des BIP ausmachen, dann zuckt man zusammen. Es ist nämlich eine gewaltige Größenordnung, sagt uns das Gehirn. Wenn man aber den 291 Milliarden Schulden die jährlichen Einnahmen des Staates in Höhe von 72 Milliarden gegenüberstellt, trifft einem fast der Schlag. Mit brutaler Deutlichkeit offenbart die Rechnung, dass die Verschuldung etwas mehr als die kompletten Einnahmen des Staates von vier Jahren ausmacht. Eine Privatperson mit einem Schuldenstand von vier kompletten Jahresgehältern müsste sich eventuell vor dem Exekutor verstecken, beim österreichischen Staat ist das nicht so dramatisch. Der hat ja mehr als 8 Millionen Bürgen, deshalb auch Staatsbürger genannt