Die angeblich hochkarätig besetzte internationale Syrien- Konferenz in einem Wiener Nobelhotel ist, wie zu erwarten war, ergebnislos zu Ende gegangen. Wäre bei dieser Konferenz für jede Lüge die Nase des Lügners ein Stück gewachsen, hätten die honorigen Herrschaften mit den langen Nasen ihre Gegenüber wohl von den Sesseln gestoßen.

Es ging bei dieser Gesprächsrunde um Syrien. Man hielt es aber nicht für nötig oder angebracht, auch Vertreter Syriens an den Tisch zu holen. Ein syrischer Politiker hatte dazu einen Vergleich: „Es ist wie ein Hochzeitsfest, bei dem Braut und Bräutigam fehlen“. Seit vier Jahren tobt im Land ein Krieg, in dem fremdgesteuerte Terrorbanden, importierte Söldner und angeblich „moderate Rebellen“, was immer das sein soll, erst recht fremdgesteuert und vom Ausland unterstützt, gegen die syrische Armee und ihre Verbündeten kämpfen. Ein reiner Stellvertreter- und Religionskrieg, der das heutige Libyen als Ziel hat und, ob gewollt oder vielleicht auch nicht, einige EU- Staaten mit den durch den Krieg „produzierten“ Flüchtlingen destabilisiert und schwächt.

Man hat den Eindruck, dass die Zerschlagung des IS gar nicht so wichtig ist, sondern die Zerstörung Syriens und die Absetzung bzw. Tötung Assads Priorität hat. Der Westen hätte aber viele Gründe, unter Berufung auf irgend welche Werte auch bei einigen seiner Verbündeten auf der arabischen Halbinsel und Umgebung genau so mit Krieg auf einen Regimewechsel hinzuarbeiten bzw. hinarbeiten zu lassen. Es geht aber nicht um Werte. Es geht ums Geschäft, um Strategien, um Macht und Einfluss.