Trotz – oder gerade wegen – Weihnachten sehe ich auf Grund eines Zeitungsartikels viele Gründe für einen Brief. Weihnachten, heißt es ja, ist die Zeit des Nachdenkens, der Besinnung, des Friedens. Dieser Zeitungsartikel regt jetzt zum Nachdenken an und soll einige Leute in der Politik zur Besinnung rufen, den Frieden im Land nicht zu gefährden. Darum: Hallo, aufwachen!
Der Artikel sagt aus, dass allein in den letzten 31 Tagen 115.000 Asylwerber nach Österreich kamen. Der Großteil wurde ganz offiziell nach Deutschland weitergeschleust, aber etwa 10 Prozent beantragen in Österreich Asyl; die Gesamtzahl von etwa 80.000 Asylanträgen in Österreich für 2015 ist schon längst unglaubwürdig. Wenn das Innenministerium jetzt sagt: “Laut unseren Informationen wollen 2016 weitere 120.000 Flüchtlinge in Österreich einen Asylantrag stellen….”, dann frage ich mich, woher diese Informationen stammen. Gab es da in den Fluchtländern “repräsentative Umfragen”, sind es ganz einfach Schätzungen oder sind es Vorgaben von irgendwem und von irgendwo, an die wir uns zu halten haben?
Also nochmals: Hallo, aufwachen! Mit salbungsvollen Worten a la Kanzler eine “No- limit”- Politik erklären zu wollen, von einer “kapazitätsorientierten Obergrenze” zu sprechen oder mit Brachialgewalt per “Durchgriffsrecht” die benötigten Massen quartiere bereitzustellen, löst weder die entstehenden noch die schon vorhandenen Probleme; der Finanzminister machte kürzlich eine sicher nicht vollständige Auflistung. Die Österreicher sind großherzig, das haben sie immer wieder eindrucksvoll bewiesen. Trotzdem ist deren Geduld enden wollend und die Politik soll um des inneren Friedens willen den Bogen nicht überspannen.
Trotzdem – oder gerade deswegen – wünsche ich allen noch frohe Weihnachten.

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