Allein im abgelaufenen Jahr sind um die zwei Millionen Menschen aus Kriegs- und Krisenregionen, aber auch aus politisch stabilen, jedoch wirtschaftlich schwachen Ländern in eine handvoll EU- Staaten gekommen. In den Medien war hauptsächlich von “Kriegsflüchtlingen” die Rede; mittlerweile wird meist von “Schutzsuchenden” gesprochen, die die Gastländer an die Grenzen des Machbaren und an den Rand des Kollapses gebracht haben. Das dürfte auch der Grund sein für ein Phänomen, welches jetzt zunehmend zu beobachten ist.
In Schweden haben im gesamten Jahr 2015, aber speziell gegen Jahresende, fast 3500 Asylwerber ihren Asylantrag zurückgezogen und in Finnland waren es beinahe 3000. Es handelt sich in erster Linie um Iraker, die sich zu diesem Schritt entschlossen haben.Sie “haben kein Paradies gefunden”; ihre Erwartungen wurden nicht erfüllt. Das sind ihre Hauptgründe. Dieses Phänomen beschränkt sich aber nicht auf Finnland und Schweden. Auch Österreich verzeichnet relativ viele “Rückwanderer”. Der prominenteste Enttäuschte dürfte jener Arzt sein, welcher im Fernsehen erklärte: “Wenn ich gewusst hätte, was mich hier erwartet, dann hätte ich in Syrien nicht gekündigt”.
Wovor sind diese Leute eigentlich “geflüchtet”, wenn sie freiwillig dorthin zurückkehren, woher sie gekommen sind? Wohl kaum vor Krieg und Terror, wie uns weisgemacht wird. Dorthin würde man kaum freiwillig zurückgehen. Die Gründe für die Flucht dürften da eher wirtschaftlicher Natur gewesen sein.

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