Das neue Jahr hat für die Finanzwelt ja nicht gerade berauschend angefangen. Katastrophenstimmung in China hat auch europäische Börsen leicht erschüttert. Da ja die Banken, als Bestandteil der Finanzwelt, teilweise sowieso auf wackeligen Beinen stehen, ist da ein Blick auf ein spezielles Thema vielleicht angebracht. Ein Blick auf die Einlagensicherung nämlich. Vor einigen Jahren wurde unter großem medialen Getöse verkündet, dass der österreichische Staat die Sicherung der Einlagen bis 100.000 Euro garantiert. Genau genommen übernahmen die Banken die Haftung für die ersten 50.000 und der Staat garantierte die zweiten 50.000.
Seit 15. August 2015 ist diese Einlagensicherung für Konten, Sparbücher und Bausparer Geschichte; still und leise wurde die staatliche Garantie zu Grabe getragen. Ab dem Zeitpunkt liegt die Haftung, so wie vorher auch bei 100.000 Euro, ausschließlich bei den jeweiligen Einlagensicherungen der Banken und das könnte, zumindest theoretisch, ein Problem werden. Es wird voller Überzeugung die Absicherung bis 100.000 verkündet, aber die Höhe des von den Banken selbst zu füllenden Topfes des Einlagensicherungsfonds beträgt lediglich 0,8 Prozent der Einlagen. Das alleine ist schon schlimm. Von 1000 Euro Einlage werden also nur 8 Euro abgesichert. Wenn der Topf leer ist, gibt es nichts mehr. Schlimmer ist aber noch, dass dieser Fonds erst gegründet werden muss. Das heißt nichts anderes, als dass momentan die Einlagen nicht abgesichert sind.
Wenn auf Grund von internationalen Verflechtungen der Banken beispielweise eine italienische Großbank wegen fauler Kredite ins Wanken kommen würde, könnte das sehr wohl Auswirkungen auf den österreichischen Finanzplatz haben und sollten osteuropäische Ableger österreichischer Banken in Schwierigkeiten kommen, wäre es dasselbe. Zusätzlich ist mit 1. Jänner 2016 in der EU das neue “Bail- in”System in Kraft getreten. Was da noch irgendwelche Zusagen wert sind, wenn es drauf ankommt, hat man vor ein paar Jahren in Zypern gesehen.
Also, in Zukunft die “Bank des Vertrauens” noch ein wenig genauer anschauen. Von Sicherheit reden, heißt nicht unbedingt, auch in Sicherheit zu sein.