Zuerst wurde Libyen mit Bomben und Granaten “demokratisiert” und der libysche Herrscher Gadaffi umgebracht. Das war 2011. Durch besonderen Eifer ausgezeichnet hat sich dabei der damalige französische Präsident Sarkozy. Dann passierte, zumindest offiziell, lange Zeit nichts außer dass plötzlich europäische und EU- Politiker dumm aus der Wäsche schauten, weil von der libyschen Küste hunderttausende Asylwerber über das Mittelmeer nach Europa strömten. Nicht an der engsten Stelle von Marokko oder Algerien nach Spanien; nein, von Libyen nach Italien. Die Leute wollen ja großteils weiter nach Deutschland, Österreich oder Nordeuropa. Gadaffi hat genau vor diesem Szenario gewarnt.
Dann hat der Westen eine “Regierung” installiert, die aber in Libyen niemanden interessiert und die gleich einmal aus Angst um ihr Leben vor Tobruk auf ein Schiff flüchtete. In der Zwischenzeit haben sich Stämme, Familienclans, Milizen, Terrorgruppen und Spezialeinheiten westlicher Regierungen sowie Söldner bekämpft, Interessensgruppen und Bündnisse zu bilden versucht und es wurde eine zweite Regierung gebildet, die zwar nicht viel, aber doch mehr Rückhalt hat als die vom Westen unterstützte. Da die westunterstützte Regierung eine Zusammenarbeit mit der “Volksregierung” ablehnt, geht das Chaos weiter und der IS gewinnt immer mehr an Einfluss.
Es kann kein Zufall sein, dass die vom Westen “demokratisierten”, also zerbombten Länder, hinterher im Chaos versinken. Libyen, Irak, Afghanistan, jetzt Syrien und Jemen. Wer hat die Kriege begonnen, was sind die Gründe dafür und warum hat man diese Länder nicht in Ruhe gelassen? Die Gründe heißen jedenfalls Macht, Interessen, Geschäft und das Chaos, der Ruin und die Toten sind der Preis, den diese Länder dafür bezahlen müssen. Ob es ihnen passt oder nicht.
“Krieg gegen ein fremdes Land findet nur dann statt, wenn die Geldleute glauben, daran zu verdienen”. Das sagte Eric Arthur Blair, bekannt als George Orwell.

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