Dass die Schweizer immer wieder vernünftiger handeln und ein wenig weiter denken als viele andere, haben sie schon oft unter Beweis gestellt. Das mag auch der Grund sein, warum sie nicht in der EU sind und den Euro nicht haben. Dieser Weitblick hat sich nicht nur, aber gerade auch beim Geld oft bestätigt und da ist es jetzt wieder einmal so weit. Während in der EU, aber auch in Norwegen, der Ruf nach Bargeldabschaffung immer lauter wird, Obergrenzen für Bargeldzahlungen eingeführt werden und immer mehr Leute ohne zu denken der Aufforderung nach mehr Benutzung von “Plastikgeld” nachkommen, gehen die Schweizer einen anderen Weg. Sie ziehen immer mehr Bargeld von den Konten ab und die gefragteste Banknote ist der 1000- Franken- Schein. In den letzten 7 Jahren hat sich die Zahl der sich in Umlauf befindlichen 1000er verdoppelt.
Den Schweizern ist also bewusst, dass ihr Geld gerade in Krisenzeiten auf den Bankkonten alles andere als sicher ist. Also bewahren sie ihre Scheinchen lieber zu Hause oder sonst wo auf, obwohl die Entwertung durch Inflation auch dort nicht zu vermeiden ist. Mit der Verwahrung von Bargeld können ab einer bestimmten Größenordnung aber auch Negativzinsen vermieden werden. Das machen sich z. B. Großanleger wie Pensionsfonds zu Nutze. Dass das Horten von Bargeld den Banken und Regierunen gar nicht zusagt, trifft auch für die Schweiz zu. Die Schweiz ist zwar, in Prozent des BIP, nicht annähernd so hoch verschuldet wie die meisten EU- Staaten, aber ohne Bargeld, bei rein digitalem Zahlungsverkehr, hätten auch in der Schweiz die Regierung und die Banken freie Hand auf das Geld der Bürger. Zur Abschaffung des Bargeldes gibt es aber in der Schweiz, im Gegensatz zu den EU- Staaten, ganz sicher eine Volksabstimmung. Weil die Schweizer nicht nur vernünftiger, sondern auch demokratischer sind.

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