Anlässlich seines Besuches in Äthiopien warnte der österreichische Außenminister vor möglichen Flüchtlingsströmen aus Afrika Richtung Europa und forderte deshalb mehr Hilfe vor Ort. Da sich nach seinen Worten in Afrika die “Flüchtlinge von morgen” befinden, könnten sich bald “Millionen von Menschen” in Bewegung setzen.
Das ist zweifellos richtig eingeschätzt. Aber weltweit leben mehr als fünf oder gar sechs Milliarden Menschen, denen es im Durchschnitt wesentlich schlechter geht als dem Durchschnittsmenschen in Europa, in Nord- und Südamerika, in Australien und in einigen anderen Ländern. Das sind jene Milliarden, denen laut UN pro Kopf und Tag nur ein paar Dollar zur Verfügung stehen. Solange nur bei einem Teil von denen die Hoffnung auf ein wunderbares Leben in Europa vorhanden ist, werden sich Millionen auf den Weg machen. Warum bleiben z. B. Nordamerika und Australien vor vergleichbaren Flüchtlingsströmen verschont? Weil es fast unmöglich ist, dort aufgenommen zu werden; abgesehen von den Unterschieden bei finanziellen Zuwendungen zu einigen europäischen Ländern. Australien sagt z. B.: “Irgendwo muss die Linie gezogen werden – und sie wird an unserer Grenze gezogen”. Auch Südamerika bietet keine Anreize für Asylwerber. Die paar Syrer und Iraker reisen wieder ab, weil ihnen das gebotene Geld zu wenig ist.
Es ist kriminell, Millionen von potenziellen Flüchtlingen falsche Hoffnungen zu machen, zuzusehen, wie sie kommen und die eigenen Länder durch die Überforderung in den Untergang zu treiben. Sind die europäischen Politiker wirklich zu dumm, das zu erkennen oder wollen sie das aus irgendwelchen Gründen nicht erkennen?Warum müssen beispielweise Mittelmeer- Bootsflüchtlinge nach Europa gerettet werden? Ist es keine Rettung vor dem Ertrinken, wenn sie nach Marokko, Libyen oder Algerien zurückgebracht werden? Die gleiche Frage stellt sich an der griechisch- türkischen Grenze. Warum werden die Boote nicht in die sichere Türkei zurückgeschleppt?
Dass Griechenland trotz seines riesigen Militärapparates und seiner Marine bei der Grenzsicherung jämmerlich versagt, ist seit Jahren bekannt, aber die EU ist nicht fähig, was zu ändern. Die angekündigten “Hot- Spots” – eine Fata Morgana. Österreich hat großzügig zugesagt, “sofort” 120 Spezialisten (oder waren es sogar mehr?) zur Unterstützung bei Grenzkontrollen bzw. Grenzsicherung der Griechen loszuschicken. Auch eine Fata Morgana. Finanzielle Hilfen für die Flüchtlingslager in der Region? Fehlanzeige! Wenn niemand was machen will, wird sich nichts ändern. Es werden nur die Probleme in Europa mehr.

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