Letztens war irgendwo zu lesen, dass in Österreich “die Länder” darauf bestehen, dass von den einzelnen Gemeinden die Vorgabe mit der Aufnahme von Asylwerbern in Höhe von 1,5 Prozent der Bevölkerung strikt einzuhalten sei. Verweigerer würden noch mehr an den Pranger gestellt als bisher und nach Möglichkeit auch bei den Finanzen gestraft.
Richtig oder nicht, das sei einmal dahingestellt. Aber: In vielen Landgemeinden sind potentielle Quartiere “nicht zumutbar”, weil die nächste Haltestelle eines öffentlichen Verkehrsmittels zu weit weg ist, weil es in der Nähe keine Einkaufsmöglichkeit gibt, weil es an Unterhaltungsmöglichkeiten mangelt; eben “nicht zumutbar” und werden deswegen des Öfteren auch von Asylwerbern verweigert.
In Städten schaut es wieder ganz anders aus. Den “Quotenforderern” sei empfohlen, sich einmal in die Öffis zu setzen und eine “fact- finding- tour” zu machen. Sollten diese Leute dann auf Grund der Optik und der sprachlichen Wahrnehmung auch hier die Meinung vertreten, dass der Fremdenanteil unter 1,5 Prozent liegt, brauchen sie wohl einen Psychiater. Nicht Wahrnehmungsgestörte schätzen den Fremdenanteil dort nämlich auf bis zu 50 Prozent, in Spitzenfällen sogar noch wesentlich höher, ein. Sollte man im urbanen Bereich auf die hörbaren und gefühlten 1,5 Prozent als Quote hinarbeiten wollen, wäre dies ein unlösbares Problem.

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