Wieder einmal gab es bei der ORF- Sendung “Im Zentrum” einen bemerkenswerten Sager. Bei der Sendung ging es um die Mindestsicherung bzw. deren Kürzung für Flüchtlinge. Eine Diskussionsteilnehmerin, Frau Heitzmann vom Institut für Sozialpolitik der WU Wien, sagte im Zuge der Diskussion sinngemäß, dass nur solche Personen Anspruch auf Mindestsicherung haben, welche über kein persönliches Vermögen oder Wertsachen, wie Sparbuch etc., verfügen. Andernfalls müssten vorhandene Werte vorher aufgebraucht sein, bevor man auf Mindestsicherung hoffen kann.
Das ist zwar den meisten Leuten irgendwie bekannt oder sie haben es schon einmal gehört, aber die grundlegende Bedeutung wird von den meisten unterschätzt. Im Extremfall heißt das nämlich, wer ein Haus oder eine Eigentumswohnung besitzt und der Wert die Höhe der Schulden übersteigt und wer etwas angespart hat, der hat eben Pech gehabt, wenn er z. B. arbeitslos wird oder aus einem anderen Grund Sozialhilfe benötigt. Er darf zwar, solange er entsprechend verdient, brav einzahlen, aber Anspruch auf Unterstützung besteht erst, wenn es keinerlei privates Guthaben mehr gibt.
Was lehrt diese Erkenntnis? Gerade junge Leute sollten sich zweimal überlegen, ob sie auf ein Eigenheim oder eine Wohnung hinarbeiten oder ganz einfach so sparen sollten. Es könnte sich schlimmstenfalls als Bumerang erweisen. Das Geld, soweit vorhanden, ausgeben und sich ein schönes Leben machen, kann vorteilhafter sein als sparen. Wer nichts hat, kriegt sofort und hat vorher besser gelebt. Diese Erkenntnis ist alles andere als leistungsfördernd.
Verrückte Welt. Wie aber schaut eine gerechte Lösung für alle aus?

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