“Österreicher wollen Ehrlichkeit”. Dieser Artikel des “Krone”- Chefredakteurs zeigt in aller Deutlichkeit auf, dass die neueste Auslegung des Journalistenkodex und seine damit verbundene freiwillige Selbstverpflichtung im Sinne einer übertriebenen politischen Korrektheit in der Öffentlichkeit nicht gut ankommt; Offenheit ist erwünscht. Die von vielen Medien praktizierte Art der Information wird allgemein als Verschleierung und Täterschutz gesehen und das wird noch verstärkt durch Entscheidungen des Medienrates. Korrekte und ehrliche Berichterstattung ja, aber nicht einseitig und manipuliert, um die Bevölkerung für dumm zu verkaufen! In letzter Zeit ist allerdings bei einigen Medien ein leichtes Umschwenken zur Offenheit festzustellen.
Unter diesem Gesichtspunkt und der Rückendeckung durch das Ergebnis einer Umfrage darf man es auch wagen, sich zu genau dieser Umfrage zu äußern. Es ging bei der Umfrage um einen Einsatz von Waffen zum Schutz der Grenzen und 55 Prozent der Befragten hielten einen Waffeneinsatz zum Schutz der Grenzen für gerechtfertigt. Das ist durch die österreichische Verfassung auch geregelt. Auch die EU hat dafür klare Regeln. In der Charta der Grundrechte der EU, die durch den Vertrag von Lissabon rechtskräftig wurde, ist in den Erläuterungen zu Artikel 2 Absatz 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention definiert, wann eine Tötung zulässig ist.
Es soll also niemand behaupten, dass die 55 Prozent Befürworter eines Waffeneinsatzes Kriminelle seien. Streng genommen ist unter bestimmten extremen Voraussetzungen ein Waffeneinsatz laut österreichischen Gesetzen und EU- Vertrag sogar verpflichtend.

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