In der Ukraine geht es jetzt ganz offiziell drunter und drüber und das Wesentliche beschränkt sich auf drei Begriffe: Pleite, korrupt, faschistisch. Die Regierung ist am Ende, die Akzeptanz in der Bevölkerung ist bei Null. Vor ein paar Tagen hat ein Minister das Handtuch geworfen, vier weitere wurden vom Premier überredet, ihren Rücktritt zurückzunehmen. Der Premier “Jaz” Jazenjuk selbst hat angedroht, mit der ganzen Regierung zurückzutreten, wenn das Parlament Regierungsmitglieder austauschen will. Dass es Raufereien im ukrainischen Parlament gibt, war als Quotenhit im TV zu sehen. Jetzt hat Präsident Poroschenko, selbst nicht unumstritten, den Rücktritt von Premier Jazenjuk und Generalstaatsanwalt Schokin gefordert, um dadurch das Vertrauen in die Regierung wieder herzustellen.
Da werden aber die zwei als Bauernopfer nicht ausreichen; da müssten alle aus dem politischen Umfeld von Jazenjuk abgesetzt, entmachtet und vor Gericht gestellt werden. Genau so wie der Putsch, die Maidan- Morde und das Massaker in Odessa endlich von einem Gericht aufgeklärt werden müssten. Den westlichen Politikern, die sich so selbstlos und nur von Idealen geleitet für den “regime change” in der Ukraine eingesetzt haben, wird jetzt vor Augen geführt, mit welchen “Ehrenmännern” sie sich da eingelassen haben,obwohl das eigentlich von Anfang an bekannt war. Ein korrupter Janukowitsch hätte der Ukraine viel Leid und der EU viele Milliarden erspart, aber der musste ja weg.
Jazenjuk hat jetzt übrigens ein Misstrauensvotum knapp überstanden. Kurz vor der Abstimmung verließen einige Parlamentarier “ganz zufällig” den Saal. Das hat aber sicher nichts mit Korruption und Bestechung zu tun.

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