Anscheinend war es in Libyen zu lange ruhig, weil wieder vermehrt westliche Truppen im nordafrikanischen Land aktiv werden. Erst vor kurzem wurde eine französische Zeitung wegen “Geheimnisverrat” verklagt, weil sie von geheimen Kämpfen französischer Elitetruppen in Libyen berichtete. Jetzt ist zu erfahren, dass sich britische Spezialeinheiten, als “Militärberater” deklariert, gemeinsam mit US- Kollegen im Land tummeln und alle zusammen führen einen Geheimkrieg mit verschiedenen von ihnen unterstützten Milizen mit dem Ziel, eine dem Westen wohlgesinnte Regierung zu installieren. Dass diese weder gewählt noch gewollt noch repräsentativ wäre, interessiert im Westen niemanden. Und dass der einflussreichste Verbündete der Westmächte, ein ehemaliger CIA- Agent, mit seiner Truppe einen Privatkrieg führt, auch nicht. Ziel ist nur, eine bedeutungslose und nichtssagende, aber international anerkannte “Einheitsregierung” auf einen wackeligen Thron zu heben, damit die dann “aus eigenem Interesse” um militärische Unterstützung ersucht. Das wird dann der Startschuss für den nächsten Libyenkrieg und ganz sicher wird es heißen, es geht nur gegen den IS.
Während der Chef der Regierung in Tripolis und der religiöse Führer des Landes zum Kampf gegen den IS und andere Extremisten aufrufen, drohen Vertreter von NATO- Staaten, also auch EU- Staaten, mit Strafmaßnahmen gegen alle, die den Fortschritt des politischen Prozesses und die Billigung der vom Westen eingesetzten “Einheitsregierung” blockieren.
Eine “gute Regierung” ist also die, welche die Forderungen des Westens erfüllt. Die “beste Regierung” ist jene, welche der Westen einsetzt. Libyen kriegt also die beste Regierung. Und den nächsten Krieg.
“Wir müssen Gewalt anwenden, wenn Länder nicht das machen, was wir wollen”. Das sagte US- Präsident Obama.

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