Attentate in Brüssel; am Flughafen und in der Metro. Jetzt erfahren wir, dass zumindest zwei Attentäter am Flughafen (falls es noch mehr gegeben hat) identifiziert sind. Es sind zwei Brüder mit arabischem Namen. Sie könnten ihre Wurzeln in Algerien, Ägypten, Tunesien oder sonst wo haben. Sie seien Brüsseler, heißt es, und polizeibekannt gewesen. Aber waren sie auch belgische Staatsbürger? Polizeibekannt waren sie jedenfalls nicht wegen Terrorismus.
  Es heißt, dass sich der IS zu den Anschlägen bekannt hat. Wenn das stimmt, dann stellt sich die Frage nach der Verbindung zwischen den Terror- Brüdern und dem IS. Nach Europa eingesickerte “Terror- Flüchtlinge” dürften die Brüder jedenfalls nicht sein. Es gibt aber noch viele andere Fragen. Nach dem Täter oder den Tätern in der Metro und ob da eine einzige Gruppe aktiv war oder mehrere. Ist das ein europaüberspannendes Netzwerk oder beschränkt es sich auf Belgien allein oder auf Belgien und Frankreich? Falls die Anschläge in Brüssel ein Racheakt auf die Festnahme des Attentäters von Paris war, dann ist das ein Grund mehr, Angst zu haben. Das würde nämlich bedeuten, dass die Attentäter binnen weniger Tage einen Anschlag vorbereiten können. Sie wären somit in der Lage, fast jederzeit überall in Europa zuzuschlagen. Eine Horrorvorstellung.
  Momentan gibt es jedenfalls mehr Fragen als Antworten. Man hört auch noch nichts darüber, ob die bekannten Täter radikalen Islamistengruppen angehört haben oder nicht; es wurde nur erwähnt, dass Brüssel bzw. der Stadtteil Molenbeek ein Islamzentrum und eine Islamistenhochburg sei. Molenbeek ist ja zum Inbegriff für gescheiterte Integration geworden; ähnliche Stadtteile wie Molenbeek gibt es aber viele. Nicht nur in Belgien, sondern auch in Frankreich und Großbritannien. Sie entwickeln sich aber auch in Deutschland, Schweden, Norwegen und anderen Ländern. Es herrschen dort Zustände, vor denen anderswo die Menschen flüchten.
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