An der Glyphosat- Front tut sich was. Vor kurzem sollte im EU- Parlament über eine Verlängerung der Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat abgestimmt werden. Diese Abstimmung wurde verschoben, weil eine Mehrheit für eine Verlängerung in Frage gestellt war. Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Der Umweltausschuss des EU- Parlaments empfiehlt nämlich, die Zulassung nicht zu verlängern. Diese Empfehlung steht in Widerspruch zur Meinung der EU- Kommission. Die will, dass die Zulassung des Pflanzengiftes bis 2031 verlängert wird.
  Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Zeug als “wahrscheinlich krebserregend” eingestuft. Die EU- Lebensmittelbehörde EFSA und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung meinen, das Pflanzengift sei unbedenklich. Der Umweltausschuss will jetzt die EU- Kommission auffordern, eine unabhängige Beurteilung von Glyphosat sicherzustellen; mit allen verfügbaren wissenschaftlichen Hinweisen darauf, dass Glyphosat erbgutschädigend und krebserregend sein kann. Ausserdem soll die EU- Lebensmittelbehörde EFSA alle Daten veröffentlichen, die sie zur Beurteilung von Glyphosat verwendet hat. Da müsste sie dann auch die Studien des Produzenten, nämlich Monsanto, veröffentlichen. Die gelten aber als “Geschäftsgeheimnis”.
  Wäre schon peinlich, offenlegen zu müssen, wie ein “Persilschein”, den sich der Produzent selbst ausgestellt hat, von der EU- Lebensmittelbehörde für eine Studie übernommen worden wäre. Um das Zeug als ungefährlich deklarieren zu können.
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