Bei den Syrien- Verhandlungen wird schon längere Zeit über eine neue Regierung diskutiert. Weniger von den Syrern bzw. der jetzigen Regierung unter Präsident Assad als vielmehr von allen möglichen Ländern und Leuten, welche meinen, darüber bestimmen zu können. Zu diversen Forderungen bezüglich einer neuen Regierung sagte Assad vor einer Weile, darüber hätten die Syrer durch eine Wahl zu entscheiden und jetzt hat er sich konkret zu einer möglichen neuen Regierung geäußert. Er meinte, die Bildung eines neuen Kabinetts werden “nicht kompliziert”sein. Nach seiner Idee soll die künftige Regierung aus drei Gruppen bestehen: Aus Oppositionsgruppen, aus sogenannten unabhängigen Kräften und aus einer Gruppe jener, die loyal zur bisherigen Regierung stehen. Das könnte, so meint Assad, bei den im April beginnenden Friedensgesprächen mit der UNO in Genf ausgehandelt und gelöst werden.
  Aber nicht mit den Amerikanern! Die erzählen zwar jedem, sie würden den IS bekämpfen und sie möchten in Syrien den “Bürgerkrieg” beenden und Außenminister Kerry behauptet(e) immer wieder, ein Sturz Assads sei nicht geplant. Was wirklich Sache ist, hat sich aber jetzt nach den Äußerungen Assads gezeigt. Washington hatte es sehr eilig, Assads Äußerungen zu verurteilen und darauf hinzuweisen, dass die USA eine syrische Regierung mit Assad nicht anerkennen werden. Es geht also doch um Assads Kopf, es geht ganz eindeutig um einen geplanten “regime change”, der in Syrien aber bis jetzt nicht funktioniert hat; trotz einem 5- jährigen “Bürgerkrieg” mit vielen unterstützten Oppositionsgruppen (oder könnte man eventuell auch von bezahlten Terroristen sprechen?)
  Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet ist es auch nicht verwunderlich, dass bei der Bekämpfung des IS in Syrien nichts weiterging, bis die Russen eingriffen. Es ist dann auch nicht verwunderlich, dass die Siege der syrischen Armee, wie z. B. in Palmyra, und große Landgewinne bei den Amerikanern, aber auch bei europäischen Regierungen, keine Begeisterung auslösen. Zeigt das doch, dass Assad im Moment so fest wie schon lange nicht im Sattel sitzt und immer schwieriger zum Ausschalten wird. So wie bei Saddam Hussein und Gaddafi wird es jedenfalls nicht gehen.
  So wie es aussieht, haben die USA nichts gegen den Krieg in Syrien, aber sehr wohl was gegen eine Regierung mit Assad bzw. gegen Assad.