Im Sport heißt es: „Never change a winning team“. Warum sind unsere politischen Leuchten (oder doch eher …- Leuchter?) nicht einmal zur Nachahmung dieser Weisheit fähig? Die Innenministerin Mikl- Leitner geht also zurück nach Niederösterreich und der niederösterreichische Finanzlandesrat Sobotka wird neuer Innenminister. In einer Phase, in der das Innenministerium durch das Asylantenproblem besonders gefordert war, hat Mikl- Leitner als Ministerin mit dem neuen Verteidigungsminister passabel zusammengearbeitet und relativ erfolgreich versucht, noch grösseren Schaden von Österreich abzuwenden. Jetzt, da die nächste grössere Herausforderung an der Grenze zu Italien wartet, soll sie selbst den Wunsch geäussert haben, nach Niederösterreich zurückzugehen, um sich auf die Nachfolge von Landeshauptmann Pröll vorzubereiten? Wer die Machtverhältnisse in der ÖVP kennt, kann sich da das Lachen kaum verhalten. Bei dieser Personalrochade kann auch ein Blinder die Handschrift von Pröll nicht übersehen. Er schafft an, egal wer in Wien gerade das Sagen hat. Dass Pröll bei Mikl- Leitner mit dem Wechsel offene Türen eingerannt hat, ist schon möglich. Die Frage ist aber trotzdem, warum der Wechsel jetzt bekannt gegeben wurde, knapp vor der Bundespräsidenten- Wahl und was der wirkliche Grund für den Wechsel ist.
Hat Pröll vor, in Kürze zurückzutreten und wollte er den bis jetzt als seinen Nachfolger gehandelten Finanzlandesrat zum Minister befördern, um seine Wunsch- Nachfolgerin zu bekommen? Sind Niederösterreichs Finanzen dermaßen zerrüttet, dass der Finanzlandesrat das Handtuch geworfen und die Flucht ergriffen hat, die ihm der Landeshauptmann mit dem Wechsel ermöglichte? War es tatsächlich der nicht ganz glaubwürdige Wunsch der Innenministerin nach Veränderung, der ihr völlig überraschend von Bundes- und niederösterreichischer Landespartei erfüllt wurde? Noch wissen wir es nicht.
Wir wissen auch noch nicht, ob der neue schwarze Innenminister mit dem roten Verteidigungsminister dasselbe „winning team“ bilden kann, welches es mit der (gewesenen) Innenministerin war. Mit dem Finanzminister sind jedenfalls heiße Diskussionen zu erwarten.

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