In der Ukraine, wo Parlament und Regierung die längste Zeit schon von Schreiduellen, Raufereien und Rücktrittsforderungen dominiert waren, dürfte in der Volksvertretung jetzt etwas Ruhe einkehren. Stein des Anstoßes war der seit dem „Maidan- Putsch“ amtierende Ministerpräsident Arseni Jazenjuk und der hat jetzt seinen Rücktritt bekannt gegeben. Nachdem er vor einigen Wochen ein Mißtrauensvotum mit der Androhung der Regierungsauflösung überstand, kam er jetzt der wiederholten Rücktrittsaufforderung des ebenfalls nicht unumstrittenen Präsidenten Poroschenko nach.
Beim „Maidan- Putsch“ vor zwei Jahren war „Jaz“ Jazenjuk der erklärte Favorit der US- amerikanischen und der EU- Putschunterstützer und speziell die US- Vizeaussenministerin Victoria Nuland („Fu… the EU“) setzte sich für ihn als Regierungschef ein. Da spielte es für die westlichen „Werte- Verteidiger“ und Volldemokraten keine Rolle, dass es rund um Jazenjuk einen „Rechten Sektor“ und „Swoboda“ gab, welche als rechtsradikale, faschistische Schlägertruppen für Terror sorgten und für Jazenjuk während der Maidan- Demonstrationen bzw. des Putsches und auch nachher die „Truppe für das Grobe“ war. Eine der Spezialitäten war es, unliebsame Politiker öffentlich in Mülltonnen zu werfen; aber auch Erpressung unter Gewaltanwendung gehörte dazu. Man konnte bzw. man kann diese Leute, die dann auch im Parlament saßen, eigentlich schon als Nazis bezeichnen. Solche Leute hat also der Westen unterstützt und in die ukrainische Regierung gebracht. Die waren den westlichen Politikern immer noch lieber als der gewählte Präsident Janukowitsch, der das Assoziierungsabkommen mit der EU nicht unterschrieben hat.
Durch den Rücktritt Jazenjuks mag es besser werden, gut wird es in der Ukraine noch lange nicht und die Ablehnung der holländischen Bevölkerung einer zu engen Bindung an die Ukraine beim Referendum ist verständlich. Um Jazenjuk wird man sich aber auch in Zukunft keine Sorgen machen müssen. Gerüchten zufolge könnte er jetzt Chef der Nationalbank werden.

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