„Passend“ zum Besuch Obamas in Deutschland wird in Sachen TTIP ein häufig zitiertes Argument der Befürworter des Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA zerpflückt. Für Obama dürfte ja der Hauptgrund seines Besuches nicht die Eröffnung der Messe in Hannover sein, sondern das TTIP- Abkommen und bei dem wurde von Verhandlern und Befürwortern immer damit argumentiert, dass mit TTIP auch einheitliche Standards geschaffen werden sollen, um den Export zu vereinfachen. Die Standard- Blase ist aber geplatzt, denn in den USA wird häufig von den Einzelstaaten über Standards und Normen entschieden und nicht von Bundesbehörden, die für die USA das Sagen haben. In dem Punkt ging bis jetzt nichts weiter und es wird auch nichts weitergehen, auch wenn Obama den Pakt mit Gewalt unter Dach und Fach bringen und TTIP als seinen persönlichen Erfolg verbuchen will.
Die europäischen Maschinenbauer sehen jedenfalls große Probleme mit der irgendwann zugesagten Vereinheitlichung der technischen Standards. Es gibt in den USA nämlich um die 20 verschiedene Institute, welche Normen festlegen. Die Europäer befürchten nun, dass es durch TTIP, sollte es in Kraft treten, zu einer „Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der Europäer“ kommt. Die Europäer müssten sich dann nämlich mit einem „Dickicht von Normen und Zertifikaten“ herumschlagen, während die Amerikaner sich nur an eine einheitliche europäische Richtlinie zu halten hätten.
Grundsätzlich gilt: Finger weg von TTIP; es bringt nichts Gutes. Das sollen auch unsere Politiker zur Kenntnis nehmen. Zu erwarten sind nämlich durch TTIP der Verlust von Tausenden von Arbeitsplätzen, ein beschleunigtes Bauernsterben durch massive Einfuhr von Lebensmitteln, die zusätzlich unter der gewohnten Qualität wären. Es würde die Versorgungssicherheit in Frage gestellt durch die Abhängigkeit von den Importen und es käme auch zu einer Allmacht der US- Gentech- Konzerne.
Über die zu erwartenden negativen Folgen von TTIP hat ein an der Harvard- Universität unterrichtender Österreicher eines der besten Wirtschaftsbücher des Jahres 2015 herausgebracht. Er erklärt darin detailliert, was da auf uns zukommen kann.

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