Die Finanzminister der fünf größten EU- Länder, das sind Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien, haben Großes vor. Sie wollen, als Reaktion auf die Panama- Papers, weltweit die Geldverstecke der Steuerbetrüger zerstören. Im Vorfeld der IWF- Jahrestagung stellten sie ihre Vorschläge vor und hoffen jetzt auf Unterstützung der G 20- Staaten, zu denen ja auch die EU gehört.
Die fünf wackeren Kämpfer für Steuergerechtigkeit wollen eines erreichen: Die Hintermänner von Finanzgebilden wie Stiftungen, Briefkastenfirmen etc. bekannt zu machen, über nationale Register die Daten auszutauschen und diese Finanzgebilde „angemessen“ zu besteuern. Diese bei der Aktion neu erfassten Länder sollen sich beim automatischen Datenaustausch beteiligen, bei dem seit 2014 98 Staaten dabei sind. Auch Panama will in Zukunft da angeblich mitmachen. Staaten, welche da nicht mitmachen, kommen auf eine sogenannte Schwarze Liste, welche das Ende vieler internationaler Geldgeschäfte bedeutet. Für viele Staaten ist das ein Grund, dem internationalen Austausch von Bankdaten zuzustimmen, das Bankgeheimnis aufzugeben und Hintermänner von Finanzkonstrukten zu benennen. Der deutsche Finanzminister Schäuble sagte euphorisch: „Hinter die Nutznießer von Firmenkonstruktionen zu kommen, das ist der Schlüssel um gegen Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Steuerflucht zu kämpfen“.
Die USA werden sich wegen dieses Kampfes gegen Steuerflucht das Lachen nicht verhalten können. Die USA bzw. einige US- Bundesstaaten sind die größte Steueroase der Welt. Mit allem, was so dazugehört, wie Briefkastenfirmen usw. Wer jetzt glaubt, dass die fünf Finanzminister ohne Furcht und Tadel die US- Gesetzgebung und Finanzwirtschaft oder auch die Londoner Bankenwelt in der „City of London“ in die Knie zwingen können, muss wohl ein ausgeprägter Träumer sein. Länder wie Österreich können unter Druck gesetzt und zum Nachgeben bewegt werden, aber doch nicht diese „Schwergewichte“. Die geben nicht nach; die geben den Weg vor.
„Nimm das Recht weg; was ist ein Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande?“   sagte Papst Franziskus.

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