Der Wahlkampf um die österreichische Bundespräsidentschaft hat im Ausland nicht nur für Aufmerksamkeit gesorgt, er sorgte beinahe für Panikattacken bei einigen Regierungen und verbale Entgleisungen auf sehr niedrigem Niveau. Da wurden bei einigen Leuten unerwartete Charakterzüge offengelegt und es kam auch deutlich zum Vorschein, was diese Leute unter Meinungsfreiheit verstehen. Meinungsfreiheit schließt das Recht ein, frei zu wählen, wer der eigenen Meinung nach der beste Kandidat ist. Das sollen die nicht vergessen, die da meinten, den Österreichern vorschreiben zu müssen, wen sie zu wählen haben.
Diese Maulhelden und Meinungsdiktatoren können jetzt aber beruhigt aufatmen; Österreich hat den ihrer Meinung nach richtigen Bundespräsidenten gewählt. Der grüne Kandidat, der ja eigentlich kein Grüner mehr ist, hat es geschafft; er ist neuer Bundespräsident von Österreich. Die TTIP- Befürworter können jubeln. Er wird, falls dieses Abkommen doch noch zustande kommt, bereitwillig unterzeichnen und auch CETA, falls seine Unterschrift benötigt wird. Er wird mit dem neuen Bundeskanzler vermutlich auch dafür sorgen, dass der Begriff „Obergrenze“ aus dem österreichischen Sprachschatz gestrichen wird und als überzeugter und glühender Europäer wird er sämtliche EU- Beschlüsse, Vorgaben, Anweisungen etc. aus Brüssel gutheißen und umsetzen, soweit dies in seiner Macht ist. Das gilt sicher auch für Anweisungen der EZB.
Also, das besorgte Ausland kann beruhigt sein. Es braucht sich auch niemand wegen Beschimpfungen oder versteckten Drohungen bei den Österreichern zu entschuldigen; wir sind da großzügig und vergeben. Und falls im Amtseid des neuen BP was steht von „zum Wohle des Volkes“ oder so ähnlich, sollte man das vielleicht weglassen. Es könnte etwas deplatziert wirken.

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