Schon lange gibt es in den Medien im Sport reißerische Meldungen über Dopingfälle und Dopingskandale russischer Leichtathleten. Jetzt haben die Entscheidungsträger des internationalen Leichtathletikverbandes IAAF zugeschlagen und Russland von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ausgeschlossen. Diese Entscheidung wird von Internationalen Olympischen Komitee IOC unterstützt. Ist auch gut, dass gegen Doping vorgegangen wird. Wenn aber irgendwelche Präparate und Arzneimittel vom IAAF verboten und rückwirkend als Dopingmittel eingestuft werden, dann wird in dem Fall aber der Sport benützt, um Politik zu machen. Ein Krieg gegen Russland auf sportlicher Ebene. Das ist aber nicht die einzige Front gegen Russland. Eine zweite Front wurde mit den Wirtschaftssanktionen eröffnet, die eben jetzt wieder für ein Jahr verlängert wurden. Dass die europäischen Staaten sich mit diesen unsinnigen Sanktionen selbst massiv schädigen, spielt keine Rolle. Russland muss geschädigt werden. Der Schaden für die heimische Wirtschaft ist wohl die Strafe für die Dummheit, sich an den Sanktionen zu beteiligen. Als Grund für die Sanktionen wird die „Annektierung“ der Krim durch Russland angegeben, obwohl es sich bei der Eingliederung der Krim in den russischen Staat um einen Volksentscheid handelte. Man versuchte auch, Russland politisch zu isolieren, indem es z. B. von den G-8 Gesprächen ausgeschlossen wurde.

Die gefährlichste Front gegen Russland ist jedoch die militärische, welche von der NATO und den USA aufgebaut wurde und massiv verstärkt wird. Da sind Raketenabwehr- Komplexe in Bulgarien und Polen, große NATO- Manöver „vor der russischen Haustür“ im Baltikum und im Schwarzen Meer (die USA würden vergleichbare Manöver „vor ihrer Haustür“ nie dulden), die Aufnahme von Nachbarstaaten Russlands in die NATO, die Verstärkung der amerikanischen Präsenz im Kaukasus, in den ehemaligen Sowjet- Staaten.

Das ist eine Einkreisung Russlands, die schon einer Provokation gleichkommt. Es ist ein neuer, kalter Krieg.

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