Kanzler Kern schreibt ein Kapitel österreichischer Geschichte. Er war als erster österreichischer Bundeskanzler bei der Regenbogenparade in Wien, jener schrillen Veranstaltung, die um Verständnis und Toleranz für Schwule, Lesben, Trans etc. wirbt, dabei. Es sei für ihn beschämend, dass es noch keine vollständige Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare in Österreich gibt, sagte Kern in seiner Rede, und weiter: „…wir werden alles daran setzen, dass dieser elende Zustand endlich aufhört“.

Na und? Mein Gott, es ist 2016 und Kern ist der neue Kanzler und schon vier Wochen im Amt und von den Bunten wird er bejubelt wegen seiner Äußerungen und, mein Gott, es tut doch gut, bejubelt zu werden. Der Kanzler ist ja zu beneiden. Nicht nur wegen des Applauses, sondern in erster Linie deswegen, dass die noch nicht vollständige Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften seiner Meinung nach anscheinend der einzige elende Zustand in Österreich ist. Viele Leute werden aber viele andere elende Zustände kennen, die zu beenden für sie von größerer Dringlichkeit wäre. Aber auch der Kanzler wird sicher noch andere elende Zustände kennen.

Advertisements