In einem Bad im niederösterreichischen Mistelbach ist ein junges Mädchen einem Sexualverbrecher in die Hände gefallen; passierte ja leider nicht zum ersten Mal. Laut Beschreibung des Mädchens handelte es sich um einen „dunkelhäutigen“ Mann und zufällig befinden sich im näheren Umkreis des Bades mehrere Flüchtlingsheime. Es dürfte sich, ohne den polizeilichen Ermittlungen vorgreifen zu wollen, bei dem Verbrecher um einen Bewohner eines der Flüchtlingsheime handeln.

Was sind die Reaktionen auf das Verbrechen? Es wurde für die nächsten Tage ein Zutrittsverbot für Flüchtlinge verhängt; bis Security- Leute im Bad patrouillieren. Auf Kosten der Öffentlichkeit. Es dürften also die zuständigen Leute des Bades bzw. aus der Politik auch von der Herkunft des Täters überzeugt sein. Wie hieß es doch vor einigen Monaten noch vollmundig aus Ministermund zu straffälligen Asylwerbern und Flüchtlingen? „Wer kriminell wird, hat sein Anrecht auf Asyl verwirkt“ oder so ähnlich. Wie sieht es da in der Realität aus? Da kann man nur mit Goethe sagen: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“. Man kann es aber auch ein wenig deftiger formulieren und sagen: Die Ankündigung horchte sich gut an, aber es ist eine glatte Lüge. Nicht mehr und nicht weniger. Der Abschiebe- Schmäh und das Märchen von harten Strafen sind längst als das durchschaut worden, was sie sind: Schmäh und Märchen. Und somit sind großmaulige Versprechen ganz einfach als Lügen einzustufen.

Die Leidtragenden dieser Lügen sind die Verbrechensopfer. Das dürfte den Politikern aber wurscht sein.