Die Nachricht tönt wie ein Donnerschlag: Die Briten sind weg. Beim Referendum in Großbritannien stimmten 52 Prozent für einen Austritt. Was jetzt? Bei der EU kann man zwei Möglichkeiten in Betracht ziehen. Die erste: Es wird so lange gezählt, bis das Ergebnis passt, also eine Mehrheit für einen Verbleib in der EU herauskommt. Die zweite Möglichkeit ist, dass das Referendum für ungültig erklärt wird; eventuell nach einer Phase der Einschüchterung und des Lügens eine Wiederholung der Abstimmung. Diese Vorgangsweise wäre ja nicht neu in der EU.

Es hat der Elite alles nichts genutzt. Weder das Manipulieren der Wettquoten zu Gunsten eines Verbleibs in der EU noch das Hochpushen der Börsenkurse und auch die siegessicheren und euphorischen Kommentare von Pro- EU- Politikern, Wirtschaftsbossen, Medienleuten etc. konnten das Ruder nicht herumreißen. Gab es also bis zur Abstimmung fast nur Kommentare von Berufs- und Zweckoptimisten, so sind jetzt die Schwarzmaler dran. Die britische Wirtschaft stehe jetzt vor großen Herausforderungen, heißt es da oder „kein Stein wird auf dem anderen bleiben“. Vielleicht wird auch ein Domino- Effekt befürchtet, denn der Ruf nach weiteren Referenda ist schon zu hören. Ja, die Nachrichten aus Großbritannien seien „wahrlich ernüchternd“. Soll das etwa heißen, dass in der EU- Kommission gestern jemand „einen gehoben“ hat? Wie auch immer; es sieht nach „einem traurigen Tag für Europa und Großbritannien aus“. Auch der deutsche EU- Parlamentspräsident Schulz weist mit unheilschwangeren Worten auf die schwierige wirtschaftliche Zukunft Großbritanniens hin.

Als vor Jahren die Schweiz gegen einen EU- Beitritt stimmte, waren die gleichen Geisterbeschwörer wie jetzt zu hören. sie lagen damals schwer daneben und sie werden auch dieses Mal schwer daneben liegen. Ja, und übrigens; es hat noch niemand darauf hingewiesen, dass der Brexit auch eine Niederlage für die US- Führung ist. Die hat ja gefordert, dass Großbritannien in der EU zu bleiben hat. Diese Forderung ging, so scheint es, kräftig daneben.

Wer will eine Wette darauf abschließen, dass das die letzte Volksabstimmung in der ach so demokratischen EU war?

Advertisements