In den letzten Jahren wurde in der EU mehrmals und aus verschiedenen Gründen angeblich ernsthaft über verschiedene Probleme in der Finanzwelt diskutiert. Einmal ging es um die sogenannte Finanztransaktionssteuer, um damit einerseits Geld in die chronisch leeren Kassen zu bekommen und andererseits, und das wurde als Hauptgrund genannt, hochriskante Finanzgeschäfte einzudämmen. Ein anderes Mal ging die Diskussion darum, Steuerschlupflöcher zu schließen, „Steuergerechtigkeit“ zu schaffen und Steuerparadiese zu schließen. Der bis dato letzte Versuch in dieser Richtung wurde mit den „Panama Papers“ gestartet, wo ja ganz gezielt eine bestimmte Personengruppe und ausgesuchte Länder aufgedeckt wurden bzw. werden sollten. Veröffentlicht wurden die Papiere von einer Zeitung in Deutschland und in Deutschland wurde auch am lautesten gegen die mutmaßlichen Geldwäscher und Steuertrickser geschrien und einer der Lautesten war Finanzminister Schäuble. Der sollte aber besser ruhig sein, denn Deutschland ist in einer Statistik über Steuersünder- Staaten gar nicht so gut platziert; nämlich sogar weit hinter Panama.

All diese Diskussionen auf EU- Ebene über zu schließende Steueroasen etc. verliefen bisher im Sande und gerade der deutsche Finanzminister Schäuble war es, der immer die Briten für das Scheitern verantwortlich machte. Jetzt, da die Briten aus der EU draus sind, müssten sich diese Probleme also fast von selbst lösen. Wer aber so naiv ist zu glauben, dass es z. B. in einem Jahr in der EU endlich eine Finanztransaktionssteuer gibt oder Steuerschlupflöcher für Konzerne, Stiftungen etc. geschlossen sind oder Steuerparadiese nicht mehr existieren, der lebt in einer Traumwelt. Draghi, Schäuble und Konsorten werden ihn sicher in die Realität zurückholen.

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