Ist das nicht zum Schreien? Ein bekennender Lügner, nämlich EU- Kommissionspräsident Juncker („…wenn es ernst wird, muss man lügen…“), wirft dem Brexit- Befürworter und UKIP- Chef Nigel Farage vor, dass er lügt! Diesen Vorwurf machte Juncker dem EU- Mandatar bei einer Sondersitzung des EU- Parlamentes, bei der die Wogen hoch gingen und Juncker auch gleich zu einem Rundumschlag ausholte. Er beschimpfte pauschal alle, die nicht der paneuropäischen Idee hinterher hecheln, als Nationalisten und Nicht- Europäer. Wenn es nach Junckers Vorstellungen geht, dann muss man als guter Europäer also ein Vaterlandsverräter sein. Aber das Europa, welches Juncker und seinen Kumpanen vorschwebt, ist sicher nicht jedermanns Sache.

Die ganze Austrittsgeschichte der Briten wird sowieso immer verworrener. Da gibt es aus Wut über das Abstimmungsergebnis eine grenzen- und sinnlose Beschimpfung der Briten durch Politiker und Medien. Da geistert die Geschichte einer mehr als dubiosen und rechtlich bedenklichen Online- Petition für eine zweite Volksabstimmung der Briten durch die Medien; mit einem geforderten Ergebnis von mindestens 60 Prozent für eine Entscheidung und 75 Prozent Beteiligung. Das würde auch dem Stil der EU- Führer entsprechen; nämlich abstimmen, bis das Ergebnis passt. Das kennt man ja von Irland. In anderen Staaten hat man zwar zu EU- Fragen abstimmen lassen, aber das Ergebnis dann ignoriert. So geschehen in den Niederlanden. Auch diese Variante wird in London schon durchgespielt. Plötzlich weiß man, dass das Referendum erst gültig ist, wenn es von Parlament und Queen „abgesegnet“ wird und meint, den Austritt ungeschehen machen zu können. Auch die Schotten, welche beim Referendum mehrheitlich für einen Verbleib in der EU gestimmt haben, wollen den Austritt au der EU verhindern oder sich von Großbritannien lösen und als selbständiger Staat der EU beitreten. Eine wirklich „lustige“ Idee kam jetzt von einem britischen Minister. Er fordert völlige Entscheidungsgewalt über die Zuwanderung nach Großbritannien und bietet im Gegenzug eine zweite Volksabstimmung. Möglich ist in Sachen Brexit jedenfalls alles, weil alle Akteure Charakterstärke vermissen lassen.

Bei der ganzen Brexit- Sache wird jedenfalls viel Angstmacherei betrieben und viel gelogen, damit die herbeigeredeten Probleme der Bevölkerung anderer Staaten die Lust auf Volksabstimmungen und EU- Austritt vergeht. Und zum prognostizierten Niedergang der britischen Wirtschaft: Es wird doch kein einziges Land so idiotisch sein, wegen des EU- Austrittes auf den britischen Markt verzichten zu wollen. Die Deutschen z. B. verkaufen sehr viele Autos an die Briten; wollen sie jetzt in Deutschland etwa Autofabriken zusperren? Sicher nicht. Es werden stürmische Zeiten für die Briten kommen, aber die sind großteils herbeigeredet und konstruiert. Und Brüssel soll aufpassen, dass nicht andere „Nicht- Europäer“ dem britischen Beispiel folgen.