Es ist erst ein paar Tage her, als der türkische Präsident Erdogan mit einer Meldung aufhorchen ließ. Er wolle den syrischen Flüchtlingen in seinem Land die türkische Staatsbürgerschaft geben, ließ er verlauten. Diese „Neu- Türken“ hätten dann nach dem Wegfall der Visum- Pflicht ganz legal in die EU einreisen können, um z. B. einen Asylantrag zu stellen. Jetzt hört man aber zur geplanten Einbürgerung der Syrer auch ganz andere Töne aus der Türkei. Es hat sich Widerstand gegen den präsidialen Plan organisiert; im Internet läuft eine Petition, welche die Einbürgerungen verhindern will. Der Initiator der Online- Petition wirft Erdogan vor, „die Bedürfnisse der türkischen Bevölkerung zu übergehen“ und er stellt auch interessante Fragen wie: „Haben wir nicht ausreichend qualifiziertes Personal in der Türkei?“ oder: „Wenn es so viele qualifizierte Syrer gibt, warum hat uns dann die EU soviel Geld bezahlt?“

Die Fragen sind berechtigt. Warum bezahlt die EU wirklich soviel Geld; warum verwendet sie dieses Geld nicht für die Sicherung der Außengrenzen und Hilfe vor Ort? Es gibt aber auch andere Fragen. Warum wehren sich viele Türken gegen eine Einbürgerung ihrer Glaubensbrüder? Warum bekommen viele Syrer eine Arbeitsgenehmigung in der Türkei, aber sollen keine Staatsbürgerschaft bekommen? Sie haben doch den gleichen Glauben und die gleiche Kultur, warum also der Widerstand?

Diese von Erdogan geplanten Einbürgerungen sind vergleichbar mit den „Resettlement“- Bestrebungen von Schulz, Juncker, Merkel und Co. in der EU. Allerdings wäre man in der EU bei organisiertem Widerstand gegen diese Pläne gleich einmal als Rassist, Hetzer oder Schlimmeres am Pranger.

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