In Großbritannien wurden die Weichen neu gestellt. Der (mittlerweile Ex-) Premierminister Cameron hat nach der Brexit- Abstimmung seinen Rücktritt angekündigt, im Parlament eine launige Abschiedsrede gehalten und den Rücktritt jetzt vor der Downing Street No 10 vor der Presse erläutert; mit einem fröhlichen Liedchen auf den Lippen beim Abgang. Seine Nachfolgerin heißt Theresa May; sie ist nach Margaret Thatcher die zweite Premierministerin Großbritanniens.Frau May geht es auch gleich an, verliert keine Zeit. Sie ernennt Boris Johnson, einen der größten Brexit- Befürworter, zum Außenminister und David Davis zum „Brexit“- Minister und gerade durch diese beiden Ernennungen meldet sich Brüssel zu Wort.

EU- Parlamentspräsident Schulz hat, wie es heißt, mit großer Skepsis auf die Zusammensetzung der neuen britischen Regierung reagiert. Er sagte: „Die Zusammensetzung des neuen Kabinetts zeigt aber, dass es weniger um die Zukunft des Landes geht,…“ und damit setze sich“bedauerlicherweise fort, was schon der unselige Ausgangspunkt des Referendums war“. Er meinte dann gar, Großbritannien müsse sich aus dieser „gefährlichen Spirale“, die auch direkte Auswirkungen auf ganz Europa hat, befreien. Auch der luxemburgische Außenminister Asselborn äußerte sich besorgt über den neuen britischen Minister Davis. Der erwarte sich nämlich von der EU, dass die Briten zollfreien Zugang zum Binnenmarkt erhalten, ohne an die Personen- Freizügigkeit gebunden zu sein. Dazu meinte Asselborn warnend: „Man kann der EU seit dem Referendum viel vorwerfen, aber nicht, dass sie ihre Prinzipien über Bord wirft“.

Was haben sich diese Gaukler über fremde Regierungen aufzuregen? GB ist nicht mehr in der EU und somit ist es jetzt erst recht die ureigenste Sache der Briten, ihre Regierungsmitglieder zu bestimmen. Glauben diese Märchenerzähler denn wirklich, sie könnten den Briten vorschreiben, wer Regierungsmitglied zu werden hat? Und außerdem; was meint Asselborn wegen der Prinzipien? Hatten denn die EU- Selbstdarsteller jemals Prinzipien? Sie sollen keine unerwünschten Ratschläge erteilen, sondern sich um ihre Aufgaben kümmern. Sie hätten damit mehr als genug zu tun.

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