Frankreich ist wirklich nicht zu beneiden, es wird vom Schicksal hart geschlagen. Binnen kurzer Zeit gab es einige verheerende Attentate. Die Staatsschulden drücken, die Arbeitslosigkeit ist ein wachsendes Problem, die Wirtschaft krankt. Der Präsident und der Premier sind nicht gerade Lieblinge der Nation; sie werden bei Auftritten ausgepfiffen und ausgebuht. Von den Unruhen in den Vorstadtvierteln, die mehr Ghettos und soziale Krisenregionen als Stadtviertel sind, will schon niemand mehr berichten. Davon hört man nur mehr, wenn es wieder einmal ganz arg ist. So wie vor einigen Jahren, als zu Silvester im Großraum Paris ganz knapp 1.000 Autos abgefackelt wurden; vielleicht hat man aber die Berichterstattung auf 1.000 limitiert. Oder so wie jetzt, als es im nördlichen Großraum von Paris zu Unruhen kam. Etwa 100 Junge Männer mit afrikanischen Wurzeln lieferten sich mit Polizei- Einheiten stundenlange Schießereien; die Polizisten wurden auch mit Gewehren beschossen. Außerdem wurde versucht, einige öffentliche Gebäude  in Brand zu stecken.

Das sind jene Stadtviertel, in denen man sich in Afrika wähnt, in denen eigene Gesetze und Regeln gelten, in denen der Staat nichts mehr zu melden hat. Dort bestimmt Kriminalität schon fast das tägliche Leben. Das sind jene Stadtviertel, in denen auch Attentäter und Terroristen aufgewachsen sind und, so ist zu befürchten, weiter aufwachsen werden.

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