Es ist erst Tage her, dass mit großer Besorgnis über die Finanz- und Bankenkrise in Italien berichtet wurde. Über die gigantischen Staatsschulden, über eine katastrophale Größenordnung der faulen Kredite und daraus resultierend über die Gefahr eines von Italien ausgehenden Finanzcrashs wurde berichtet. Dann kamen die Attentate in Frankreich und Deutschland, die die Finanzprobleme der Italiener und somit auch der Eurozone aus den Schlagzeilen verdrängten. Die italienischen Finanzprobleme waren plötzlich kein Thema mehr, Berichte über Terrorattacken beherrschten die Schlagzeilen. Waren die Finanzprobleme plötzlich über Nacht gelöst? Nein; natürlich nicht. Wurde die Suche nach – theoretischen – Lösungen der Probleme wegen des Terrors vertagt? Natürlich auch nicht. Durch den Terror wurde aber vom Finanzproblem abgelenkt.

Italien hat nach wie vor eine Staatsverschuldung von unvorstellbaren 2.240 Milliarden Euro oder 136,5 Prozent des nominalen BIP. Laut dem Maastricht- Vertrag bzw. den Maastricht- Kriterien, an die sich seit Jahren sowieso fast niemand mehr hält, wären gerade einmal 60 Prozent des BIP zulässig. Zusätzlich geht es mit der italienischen Wirtschaft weiter abwärts, die Industrieproduktion liegt auf dem Niveau der 80er Jahre und als Folge steigen die Arbeitslosenzahlen. Wer soll also die Banken retten, bevor ein Crash ausgelöst wird? Der Staat kann es nicht; der ist selbst so gut wie bankrott und außerdem dürfte er das nicht laut geltendem EU- Recht. Aber wen interessiert heute noch EU- Recht, wenn es ums Geld geht. Der „böse Geist Draghula“ Draghi, der EZB- Chef, hat auch keine Lösung anzubieten außer noch mehr Schulden machen und das Wahnsinnige und Perverse ist, dass wegen Draghi die Schulden immer billiger werden und der Anreiz zur weiteren Verschuldung dadurch gesteigert wird. Zurückgezahlt müssen die Schulden aber trotzdem werden. Vom Staatsbürger; von wem sonst. Das gilt aber nicht nur für Italien.

Deutschen und französischen Banken geht es auch nicht gerade gut und die werden auf ihre Gelder in Italien nicht verzichten und auf Rückzahlung bestehen, egal wer zahlt. Die deutschen Banken hängen ja angeblich mit etwa 84 Milliarden in Italien drinnen und die Franzosen gar mit etwa 250 Milliarden. Da ist natürlich Feuer am Dach und da wird nicht mehr gefragt, wer geplündert wird. Neben den Italienern könnten das auch deutsche Sparer sein, denn deren Finanzminister hat ja letztes Jahr die deutschen Sparguthaben an Italien sozusagen verpfändet.

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