In Griechenland sind ja, wie allgemein bekannt, die Staatsschulden trotz oder vielleicht auch wegen der Hilfs- und Rettungspakete immer mehr geworden. Zur Zeit sind es etwa 318 Milliarden bzw. etwa 180 Prozent des BIP. Es änderte auch nichts daran, dass man die Bevölkerung ausquetschte und Löhne, Pensionen und Sozialleistungen kürzte oder abschaffte. Dadurch stieg nur die Arbeitslosigkeit. Den „Griechenland- Rettern“ gelang zwar die Rettung von Banken, nicht aber die Senkung der Staatsschulden. Es lässt sich aber alles steigern, auch die Maßnahmen im Kampf gegen die griechischen Staatsschulden. Es wurde schon vor Monaten erstmals darüber berichtet, dass die griechische Regierung von ihren Melkkühen, auch Bürger und Steuerzahler genannt, eine lückenlose Offenlegung aller Vermögenswerte und Wertgegenstände fordert. Der Kontostand ist vermutlich nicht offenzulegen, den wird der Staat sicher abfragen können. Der Staat wird aber auf jeden Fall wissen wollen, wohin die Milliarden an Bargeld verschwunden sind, die in den letzten Jahren von den Banken abgehoben und angeblich zum größten Teil vergraben wurden. All das will die Regierung bis Februar 2017 wissen.

Diese Maßnahme, so vermuten Fachleute, ist die Vorbereitung für die Eintreibung einer Zwangsabgabe, um die Schulden zu senken. Gut möglich, dass die ersten Gläubiger schon nervös werden und auf einer Zwangsabgabe bestehen. Dann soll aber niemand so naiv sein zu glauben, das würde nur die Griechen betreffen. Schon im Oktober 2013 forderte die IWF- Chefin Christine Lagarde eine Zwangsenteignung, eine einmalige Zwangsabgabe in der Eurozone in Höhe von 10 Prozent auf alle privaten Vermögen. Damit sollten die Staatsschulden auf das Niveau vor der Finanzkrise 2008 gesenkt werden. Es gab aber auch schon schlimmere Ideen. 2011 wurde von der BCG eine Studie zur Staatsschuldenreduktion vorgestellt. Diese Studie mit dem Titel: „Back to Mesopotamia“ wollte mit einer Sonderabgabe (Enteignung) des privaten Sparvermögens die Schuldenkrise beenden. Mit den Schulden von 2011 bzw. 2009 wären dafür 6 Billionen, also 6.000 Milliarden, nötig gewesen und wären im Durchschnitt ein Drittel des privaten Sparvermögens gewesen. Mittlerweile würde man, wegen der gestiegenen Schulden, laut dieser Studie wahrscheinlich 7 Billionen benötigen.

Jetzt wird wahrscheinlich in Griechenland getestet, wie das läuft, und dann kommt die ganze Eurozone oder die ganze EU dran. Am schlimmsten verschuldet sind aber, neben Großbritannien, die Euroländer.

Zu „Back to Mesopotamia“ gibt es hier Genaueres.

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