So schnell kann sich das Blatt wenden! Vor gar nicht langer Zeit war die Türkei für die USA noch einer der wichtigsten NATO- Partner im nahen Umfeld Europas (in jedem Atlas gehört die Türkei bis auf ein kleines Stück nicht zu Europa, sondern zu Asien!) und auch entsprechend hochgerüstet. In der Incirlik Air Base in der Provinz Adana nahe der syrischen Grenze haben die USA auch ihre Atombomben gelagert; je nach Nachrichtenquelle ist einmal von rund 50 und einmal von etwa 100 Bomben die Rede. Seit dem Militärputsch in der Türkei, von dem offiziell noch immer nicht bekannt ist, was da genau abgelaufen ist, ist aber alles anders geworden. Die Türkei hat das Vertrauen der USA verloren; auch oder gerade deswegen, weil während des Putsches die Türken den Luftwaffenstützpunkt gesperrt und durchsucht und die Stromzufuhr gekappt haben.

Jetzt sollen also so schnell wie möglich die Atomwaffen aus der Türkei weggebracht werden. Aus Sicherheitsgründen, wie es heißt. Ja, und wohin? Zurück in die USA etwa? Nein, in die EU. In den NATO- Mitgliedsstaat Rumänien. Haben wir in der EU, in dem Friedensprojekt,  nicht schon viel zu viel von dem Atombombendreck? Frankreich ist Atommacht, Großbritannien ist Atommacht und in Deutschland sind, obwohl laut ratifiziertem Atomwaffensperrvertrag keine atomare Rüstung erfolgen dürfte, immer noch eine Menge Atomwaffen der USA gelagert. Dafür wurde der Begriff der „Nuklearen Teilhabe“ erfunden. Die Stationierung von Atomwaffen in Rumänien verstößt eigentlich gegen den Atomwaffensperrvertrag, da gegen das Verbot der Verbreitung von Kernwaffen verstoßen wird. Aber das wird man auch mit der „Nuklearen Teilhabe“ hinbiegen.

In Rumänien haben die USA ja vier Militärstützpunkte; heuer im Mai wurde die offizielle Aktivierung eines neuen Raketensystems bekannt gegeben und jetzt kommen noch die Atombomben dazu und das in gefährlicher Nähe zur russischen Grenze. Klug ist das nicht, aber provokant.

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