Jetzt hat es die Burka bis in die hohe Politik geschafft. Es wird über ein Verbot bzw. ein Teilverbot, also in bestimmten Bereichen wie z. B. Amtsgebäuden, diskutiert. Es wird auch erläutert, wann bzw. wo die Burka jetzt schon nicht erlaubt ist. Im Gerichtssaal beispielsweise muss auf Wunsch des Richters eine Burka- Trägerin ihr Gesicht zur Identifizierung kurz zeigen. Wohlgemerkt: Auf Wunsch des Richters. Welcher Richter bzw. welche Richterin ist aber so intolerant, diesen Wunsch zu äußern? Das Gleiche gilt theoretisch bei einer Verkehrskontrolle. Aber bevor Polizisten Ärger riskieren, kontrollieren sie solche Leute eben nicht.

Die Diskussion um die Burka ist aber nur eine halbe Sache, denn der Niqab verdeckt ebenfalls das Gesicht, lässt aber die Augen frei. Das mag für einen Iris- Scan ausreichen, aber nicht für eine Identifizierung mittels Foto wie in Führerschein, Personalausweis und großteils beim Reisepass. Also darf die Diskussion wegen eines Verbotes nicht auf die Burka beschränkt sein, es muss auch der Niqab mit einbezogen werden. In der jetzigen Diskussion wird es wohl erlaubt sein, auch weiterführende Fragen zu stellen. Zum Beispiel die Frage, warum viele islamische Frauen, egal ob aus Afrika, aus arabischen Ländern, vereinzelt aus der Türkei oder von sonst wo, bodenlange Körperverhüllungen tragen. Greift da das Vermummungsverbot nicht? Im Koran, auf den sich viele zum Thema Verschleierung berufen, gibt es nämlich keine Verpflichtung zur Körperverhüllung. Es gibt nur einen Vers im Koran, den man mit viel gutem Willen in die Richtung deuten kann. In meinem Exemplar des Korans ist das in Sure 24, Vers 31. Da heißt es: „Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke zu Boden senken und ihre Keuschheit wahren und ihren Schmuck nicht zur Schau tragen sollen – bis auf das, was davon sichtbar sein darf, und dass sie ihre Tücher um ihre Kleidungsausschnitte schlagen…“Da der Koran es nicht fordert, bleiben nur andere Antworten bzw. Vermutungen. Z. B.: Die Frauen würden von männlichen Familienmitgliedern bestraft, wenn sie es wagen würden, bei uns übliche Kleidungsstücke zu tragen. Oder es ist diesen Frauen auch nach Jahren immer noch nicht bewusst, dass sie in ihrer traditionellen Kleidung irgendwelcher Länder bei uns auffallen. Oder aber, sie wollen uns damit sagen: „Seht her, wir gehören nicht zu euch! Wir bleiben, wie wir sind und wir passen uns nicht an“.

In islamisch dominierten Ländern wie der Türkei, Tunesien, Syrien, Ägypten, Senegal ist das Tragen von Burka und Niqab teils in Schulen, Unis etc., teils auch im öffentlichen Raum verboten. Da gilt auch für einige EU- Staaten.

 

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