Der immer zum Küssen aufgelegte EU- Kommissionspräsident Juncker hat sich wieder einmal selbst übertroffen. Beim Forum Alpbach glänzte er wieder mit einer Rede, die knapp an jene Rede über seine außerirdischen Bekannten herankam. Zur Eröffnung des neuen Kongresszentrums in Alpbach in Tirol (wer hat ihn da wohl eingeladen?) sagte er gleich einmal: „Grenzen sind die schlimmste Erfindung, die Politiker je gemacht haben“. Aha, jetzt wissen wir es, jetzt hat er es uns deutlich gesagt: Die EU- Außengrenzen funktionieren deswegen nicht, weil er, der Herr Juncker, ein kluger Politiker sein will und die schlimmste Erfindung von Politikern rückgängig machen will. Deshalb sollen auch die Grenzen der Nationalstaaten verschwinden. Die Europäer sollen doch der Union den Vorrang geben und aufhören, nach der politischen Unabhängigkeit ihrer Heimatländer zu rufen. Die EU sei ein Gegenmittel für den zunehmenden Nationalismus in Europa und es werde bittere Konsequenzen geben , wenn die Nationalstaaten sich wichtiger nehmen würden als die Union, maulte Juncker. Da möchte man aber meinen, wenn in Europa der Nationalismus im Vormarsch ist, dann hapert es irgendwo ganz gewaltig bei der EU. Bei der Union eines Juncker, eines Schulz, einer Merkel etc.

Nach dem Gezetere wegen der Grenzen kam, was kommen musste: Den Flüchtlingen und deren Kindern muss Solidarität entgegengebracht werden, forderte Juncker. Das war wohl die Antwort darauf, dass ihm vorher vom Tiroler Landeshauptmann Platter, von seinem Südtiroler Amtskollegen Kompatscher und vom Trentiner Landeshauptmann Rossi eine Petition überreicht wurde, in der ein wirksamer Schutz der EU- Außengrenzen, eine gleichmäßige Verteilung der Asylwerber und mehr Unterstützung für Italien beim Flüchtlingsproblem gefordert wurde. Das hat Herrn Juncker wohl gar nicht gepasst und er hat die drei Landeshauptleute deswegen auch als „Landesobermuftis“ beschimpft. Dabei war auf die wichtigste Forderung in der Petition „vergessen“ worden: Nämlich, die Flüchtlinge vom Mittelmeer nicht nach Italien und somit in die EU zu“retten“, sondern nach Libyen zurückzubringen.

Ach ja; das mit der Einladung Junckers zum Forum Alpbach ist auch geklärt. Der ehemalige österreichische Landwirtschaftsminister und ehemalige EU- Kommissar für Landwirtschaft, Entwicklung des ländlichen Raumes und Fischerei, Herr Franz Fischler, ist seit 2012 der Präsident des Europäischen Forums Alpbach. Da ist es nur zu verständlich, dass er seinem Spezi Juncker eine Einladung zukommen lässt.

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