In Deutschland mag Merkel noch meinen, sie sei das Maß aller Dinge. Das aber auch nur deswegen, weil fast niemand offene und berechtigte Kritik auszusprechen wagt und ihr sogar die SPD- Spitze mangels Personalproblemen, einen Kanzlerkandidaten betreffend, zu Füßen liegt. In der EU hat man zwischendurch tatsächlich den Eindruck, als sei sie das Maß aller Dinge. Als Beispiel sei auf den sogenannten „Flüchtlings- Deal“ mit Erdogan hingewiesen. Da wurde kaum was von den Brüsseler Pfeifen berichtet, sondern von Merkel; ob der Pakt was taugt oder sinnvoll ist, ist eine andere Geschichte. Ein weiteres Beispiel für ihre „Allmacht“ ist das jetzige Treffen mit den Regierungschefs von Italien und Frankreich, bei dem es um die Sicherheitslage und eine Neuausrichtung der EU nach dem Brexit ging. Also ein Treffen, das von den Regierungschefs der drei größten EU- Staaten abgehalten wurde; den Rest braucht niemand.

Jetzt war Merkel in Prag und da war nichts von Unterwürfigkeit zu bemerken, da gab es heiß- kalt für sie. Ihre Flüchtlingspolitik ist in Tschechien alles andere als beliebt und das bekam sie zu hören und zu spüren: Sie wurde ausgepfiffen, es gab „Merkel muss weg“- Plakate und ein tschechisches Magazin zeigte sie auf der Titelseite als Irre in der Zwangsjacke. Sie war nach Prag gereist, um die tschechische Regierung für ihre Flüchtlingspolitik zu überreden. Ihr „Wir schaffen das“- Sager, für unbegrenzte Flüchtlinge gültig, kann ja nur mit Quoten für alle EU- Staaten funktionieren. Bei den Tschechen holte sie sich jedoch eine Abfuhr. Der tschechische Präsident Zeman hatte Merkels Willkommenspolitik ja schon als „Unsinn“ und „absurden Humanismus“ abgetan und der tschechische Ministerpräsident Sobotka sagte jetzt: „Wir können keinem System zustimmen, das auf verpflichtenden Quoten zur Umverteilung von Flüchtlingen besteht“.

Auch Österreich ist offiziell gegen Merkels Willkommenspolitik. Verteidigungsminister Doskozil sagte: Die „“Wir- schaffen- das““- Politik ist unverantwortlich“ und bezugnehmend auf die von Italien zu erwartenden Flüchtlinge : „Österreich ist nicht das Wartezimmer für Deutschland“. Ob das Merkel passt oder nicht.

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