Fast alle werden sich daran erinnern, wie Anfang Mai in Wien ein dort seit Jahren illegal lebender Kenianer frühmorgens eine Frau, die auf dem Weg zur Arbeit war, mit einer Eisenstange erschlagen hat. Der Mann war, wie es so schön heißt, amtsbekannt und hatte mehrere Vorstrafen. Zu dem Fall wurde vom Justizminister eine Sonderkommission eingerichtet und dazu gibt es jetzt die ersten Erkenntnisse: „Es hat viele Alarmsignale gegeben, die nicht ausreichend bewertet wurden“, heißt es dazu pauschal vom SOKO- Leiter. Amtsversagen also. Immerhin war der psychisch auffällige Tatverdächtige ohne Aufenthaltstitel bereits seit Oktober 2010 mehrfach juristisch aufgefallen. Das heißt auf gut deutsch: Der Kerl war seit Jahren illegal im Land, war in seiner Umgebung gefürchtet, hatte mehrere Vorstrafen, war auf der Polizei gut bekannt, weil fast Stammgast. . Ein psychiatrisches Gutachten sagt jetzt aus: Der arme Teufel ist wegen geistiger Abnormität nicht zurechnungsfähig und deswegen gibt es auch keinen Mordprozess. Es heißt: „Die Tat wäre vielleicht nicht passiert, wenn die Erkrankung behandelt worden wäre“.

Alle möglichen Behörden und Ämter wussten über den Kerl Bescheid, aber alle haben ihre Daten und Erkenntnisse nur verwaltet und nicht weitergegeben und verknüpft. „Die Zahnräder haben nicht ineinander gegriffen, es ist nicht das notwendige Gesamtbild entstanden“, heißt es dazu. Die Schuldzuweisung geht an die Polizei wegen zu großer Zurückhaltung, eine Unterbringung zu veranlassen. Es ist aber sehr billig, die Alleinschuld bei der Polizei zu suchen. Bedauert wird jetzt, wie beinahe üblich, der Täter. Weil es keine Betreuung für ihn gab, keine Bewährungshilfe, keine Behandlung seiner angeblichen Geisteskrankheit.

In welcher kranken Umgebung leben wir eigentlich? Alle möglichen Institutionen machen sich Vorwürfe, weil man dem armen Täter nicht die nötige Rundumversorgung angedeihen ließ; das Opfer findet keine Erwähnung mehr. Vielleicht ist die Frau ja selbst schuld. Wäre sie nicht zur Arbeit gegangen, würde sie noch leben. Auf die Idee, dass von den Wiener PolitikerInnen jemand die Verantwortung für den Tod der Frau zu übernehmen hat, kommt wohl niemand. Es ist aber so, dass die Entscheidung über die seit Jahren überfällige Abschiebung dieses kriminellen Illegalen von der Politik zu treffen gewesen wäre. Die wurde aber aus falsch verstandener Toleranz nicht einmal angedacht!

Advertisements